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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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für das gemarterte Kind dazu entschliessen. Nur alle 24Stunden durfte die Plussigkeitsentnähme wiederholt werden,und nur während zweier davon hielt die Erleichterung an.Zweiundzwanzig Stunden schreiender, sich bäumender Poltereines Kindes, und dieses Kindes, das die bebenden Händchenfaltet und stammelt: "Echo will herzig sein, Echo will herzigsein!" Ich füge hinzu und sage, dass für die, die Nepomuksahen, ein Nebensymptom vielleicht das Schrecklichste war.

Es war das zunehmende schielende Verschliessen seiner Himmels'äugen, zu erklären aus einer mit der Nackenstarre einherge-henden Augenmuskellähmung. Es verfremdet jedoch das süsseGesicht aufs grässlichste und erweckte besonders im Vereinmit dem Zähneknirschen, in das der Heimgesuchte bald verfiel,einen Eindruck von Besessenheit.

Am nächsten Nachmittag kam von Waldshut abgeholt durchGereon Schweigestill, die konsultierende Autorität aus Mün-chen, Professor von Rothenbuch. Unter den von Kürbis vorge-schlagenen hatte Adrian ihn seines Rufes wegen gewählt.

Er war ein hochgewachsener, gesellschaftlich gewandter, zurKönigszeit persönlich geadelter, vielgesuchter und kostspie-liger Mann mit einem wie zu beständiger Examinierung halbgeschlossenen Auge. Er beanstandete das Morphium, weil esein Coma Vortäuschen könne, das "noch garnicht eingetreten"sei, und liess nur Codein zu. Offenbar lag ihm vor alleman einem korrekten, in seinen Stadien unverwischten Ablaufdes Palles. Im Übrigen bestätigte er nach der Untersuchungdie Anordnungen seines ländlichen, ihn sehr umdienerndenKollegen: also Abblendung des Tageslichtes, Hochlagerung desgekühlten Kopfes, vorsichtigste Berührung des kleinen Pati-enten, Hautpflege durch Alkohol-Abreibungen und konzentrier-te Nahrung, deren Einführung mit Schlauch durch die Nasewahrscheinlich notwendig werden würde. Seine Tröstungenwaren, wohl weil er sich nicht im Elternhause des Kindes

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