- Das Krankheitsbild, wenn man von einem solchen über-haupt sprechen kann, erwiderte der Arzt, - bietet im Augen-blick keinerlei Handhabe für eine unerfreuliche Diagnose.
Ich komme morgen wieder.
Das tat er und konnte seine Bestimmung des Palles nun mitnur allzu viel Sicherheit abgeben. Nepomuk hatte ein jähes,eruptionsartiges Erbrechen gehabt, und zugleich mit Piebervon allerdings nur mittleren Graden, hatten Kopfschmerzeneingesetzt, die sich binnen wenigen Stunden ins offenbar Un-erträgliche steigerten. Das Kind war, als der Doktor kam,schon zu Bett gebracht worden, hielt sich das Köpfchen mitbeiden Händen und stiess Schreie aus, die sich oft, eineMarter für jeden, der es hörte - und man hörte es durch dasganze Haus - bis zum letzten Rest des Atems verlängerten.Dazwischen streckte es die Händchen nach denen aus, die esumgaben, und rief: "Helft! Helft! 0 Hauptwehe! Hauptwehe!"
Dann riss ein neues wildes Erbrechen es auf, von dem es un-ter Zuckungen zurücksank.
Kürbis prüfte des Kindes Augen, deren Pupillen sehr kleinzusammengezogen waren, und die eine Neigung zum Schielenzeigten. Der Puls eilte. Muskelkontraktionen und eine begin-nende Starre des Nackens waren deutlich. Es war Cerebrospi-nal-Meningitis, die Hirnhautentzündung, - der gute Mann sprach,mit einer misslichen Kopfbewegung nach der Schulter, denNamen aus, in der Hoffnung doch wohl, man möchte sich überdie fast völlige Ohnmacht nicht im Klaren sein, die seineWissenschaft vor dieser fatalen Berührung einzugestehen hatte.Eine Andeutung davon lag in seinem Vorschlag, man möge immer-hin vielleicht den Eltern des Kindes telegraphische Nachrichtgeben. Die Gegenwart der Mutter wenigstens werde wahrschein-lich beruhigend auf den kleinen Patienten wirken. Fernerverlangte er die Zuziehung eines Internisten aus der Haupt-stadt, mit dem er sich in die Verantwortung für den leider