Spieldose wollte er hören, sprach rasch sein gequältes"'habt, 'habt!”, stoppte eigenhändig das Werk und weinte dannbitterlich. So floh er den Sonnenschein jener Hochsommer«tage in Hof und Garten, suchte das Zimmer, sass dort gebücktund rieb sich die Augen. Schwer war es zu sehen, wie er,sein Heil suchend, von Einem, der ihn liebte, zum anderenging "und ihn umhalste, um bald wieder ungetröstet von jedemabzulassen. So klammerte er sich an Mutter Schweigestill,an Clementine, an die Magd Waüpurgis, und kam aus demselbenTriebe mehrmals zu seinem Onkel. Er drängte sich an seineBrust und blickte, auf seinen sanften Zuspruch lauschend, zuihm auf, lächelte auch wohl schwach, liess aber dann dasKöpfchen in Abständen tief und tiefer sinken und murmelte"•Nacht!", - womit er auf seine Füsse glitt und leise schwan-kend das Zimmer verliess.
Der Arzt kam, nach ihm zu sehen. Er gab ihm Nasentropfenund verschrieb ein tonisches Mittel, hielt aber nicht mitder Vermutung zurück, dass wohl eine ernstere Krankheit imAnzuge sein könnte. Auch gegen seinen langjährigen Patien-ten in der Abtsstube äusserte er diese Besorgnis.
- Meinen Sie? fragte Adrian erbleichend.
- Die Sache ist mir nicht ganz geheuer, meinte der Dok-tor.
- Nicht geheuer?!
Die Wendung wurde in so erschrektem und fast schrecklichemTon wiederholt, dass Kürbis sich fragte, inwiefern er damitübers Ziel geschossen.
- Nun ja, in dem Sinn, wie ich sagte, antwortete er. -Sie selbst könnten besser ausschauen, Verehrter. Hängenwohl arg an dem Buberl?
- 0 doch, hiess es da. - Es ist eine Verantwortung, Dok-tor. Das Kind ist zur Stärkung seiner Gesundheit hier aufdem Lande in unsere Obhut gegeben worden...
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