herein nicht auf den festesten Füssen standen, sondern voninnen her gefährdet, zur Lockerung, Auflösung, Umgestaltungbereit waren. Was Adrian ihm über die Bedeutung seiner Per-son für des Freundes Leben und Menschlichkeit eingeprägthatte, war nicht ohne schmeichelhafte und anspornende 'Wirkungauf seine Eitelkeit geblieben, und den Gedanken, dass sichseine gegenwärtige Sendung aus dieser Bedeutung ergäbe, hatteer von einem überlegenen Deuter der Dinge angenommen. Aber dieeifersüchtige Kränkung über die Sinnesänderung des Erober-ten und darüber, dass er ihm nur noch zum Mittel und Werk-zeug gut sein sollte, wirkte diesen Einflüssen entgegen, undich glaube wohl, dass er sich insgeheim frei fühlte, dasheisst: nicht gebunden, anspruchsvolle Untreue mit Treue zuerwidern. Dies ist mir ziemlich klar. Und es ist mir auchklar, dass, auf Liebeswegen zu gehen für einen anderen, einverführerisches Wandeln ist, - zumal für einen Fanatiker desFlirts, für dessen Moral das Bewusstsein allein, dass eszum Flirt oder zu einem mit Flirt verwandten Unternehmenging, etwas Entspannendes haben musste.
Zweifelt irgend jemand, dass ich, was zwischen Rudolf undMarie Godeau sich abspielte, in derselben Wörtlichkeit wieder-geben könnte, wie das Gespräch in Pfeiffering? Zweifeltjemand, dass ich "dabei gewesen" bin? Ich denke nicht. Aberich denke auch, ein genaues Ausbreiten des Vorganges istfür niemanden mehr erforderlich, oder nur wünschbar. Seinverhängnisvolles Ergebnis, heiter, wie es sich vorerst -nicht für mich, aber für andere - ansah, war, man wird die-ser Annahme beitreten, nicht die Frucht nur einer Unterre-dung. Eine zweite war dazu nötig, zu der Rudolf angehaltenwurde durch die Art, in der Marie ihn nach der ersten ver-abschiedet hatte. - Es war Tante Isabeau, auf die er beimBetreten des kleinen Vorplatzes der Pensionswohnung stiess.
Er fragte nach ihrer Richte, bat, mit dieser unter vier Augen