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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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es wiederholt, dass sie in halber Bewusstlosigkeit zu Tischekam und sich mit verglasten Augen und nickendem Kopf zu ihrerältesten Tochter und ihrem kleinlich-peinlich berührten Gattenan dem immer noch wohlgepflegten, von Kristall funkelndenEsstisch niederliess. Ich will dazu Eines gestehen: Inesbeging ein paar Jahre später ein Kapitalverbrechen, das all-gemeines Entsetzen erregte und ihrer bürgerlichen Existenzein Ende machte. Aber so sehr auch mir vor der Untat schau-derte, so war ich doch, aus alter Freundschaft, fast stolz,nein entschieden stolz darauf, dass sie in ihrer Gesunkeriheitdie Kraft und wilde Energie zu der Handlung gefunden hatte.

XXXVI

0 Deutschland, du gehst zu Grunde, und ich gedenke deinerHoffnungen! Die Hoffnungen meine ich, die du erregtest (viel-leicht ohne sie zu teilen); die nach deinem vorigen, vergleichs-weise sanften Zusammenbruch, der Abdankung des Kaiserreichs,die Welt in dich setzen wollte, und die du trotz ausgelas-senem Benehmen, trotz einer völlig verrückten, wild verzwei-felten und wild demonstrativen "Aufblähung" deines Elends,jener betrunken zum Himmel kletternden Währungsinflation,einige Jahre lang bis zu einem gewissen Grade zu rechtferti-gen schienest.

Es ist wahr, der phantastische, weltverhöhnende und alsWeltschrecknis gemeinte Unfug von damals hatte schon vielvon der monströsen Unglaubwürdigkeit, der Excentrizität, demnie für möglich Gehaltenen, dem bösen Sanskulottismus unse-rer Aufführung seit 1933 und gar seit 1939. Aber der Milli-arden-Rausch, dieser Bombast der Misere, nahm ja eines Tagesein Ende, in das verfratzte Antlitz unseres Wirtschaftslebens

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