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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Kanapee am Fussende des Bettes, einem Möbel der siebzigeroder achtziger Jahre, mit Rücken und Seitenlehne, das ich ausder Rambergstrasse kannte, und auf das sie sich eilig bege-ben hatte, als beim Gurgeln der Tod sie überkam.

- Da wird wohl nichts mehr zu machen sein, liebe FrauSenator, sagte, den Finger an der Wange und kopfschüttelnd,Frau Schweigestill bei dem Anblick der halb aufrecht Hinge-streckten. Mir wurde dieser nur zu überzeugende Anblicknoch spät abends zuteil, als ich, von der Wirtin telephonischbenachrichtigt und von Freising herbeigeeilt, die wimmerndeMutter als alter Hausfreund bewegt und tröstend in die Armegeschlossen hatte und mit ihr, Else Schweigestill und Adrian,der mit herübergekommen war, an der Leiche stand. Dunkel-blaue Stockungsflecke an Clarissas schönen Händen und in ih-rem Gesicht deuteten auf einen rapiden Erstickungstod, diejähe Lähmung des Atmungscentrums durch eine Dosis Zyansäure,mit der man wohl eine Kompagnie Soldaten hätte töten können.Auf dem Tisch lag, entleert, die Unterseite aufgeschraubt,jener bronzene Behälter, das mit dem Hamen des Hippokrates

in griechischen Lettern beschriebene Buch, auf dem der Toten-kopf ruhte. Dabei ein an ihren Verlobten gerichteter, hastiggeschriebener Bleistift-Zettel des Wortlautes:

"Je t'aime. Une fois je t*ai tromp6, mais je t'aime."

Der junge Mann fand sich zu dem Begräbnis ein, dessenVorbereitung mir zufiel. Er war untröstlich, oder vielmehr"d&solfe", was, gewiss irrtümlicher Weise, nicht ganz so ernst,ein wenig redensartlicher anmutet. Ich möchte den Schmerznicht bezweifeln, mit dem er ausrief:

- Ah, monsieur, ich liebte sie hinlänglich, um ihr zu ver-zeihen! Alles hätte gut werden können. Et maintenant -comme ya!

Ja, "comme 9a”! Alles hätte wohl wirklich anders kommenkönnen, wenn er nicht solch mattes Familiensöhnchen gewesen

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