Musik zu sprechen, und Rudolf pfiff mit grosser Reinheitetwas aus Fallas "Nächten in spanischen Gärten" und aus Debus-sys Sonate für Flöte, Violine und Harfe. Die Bourr&e aus"Love’s Lahour Lost" pfiff er auch, genau in der richtigenTonart und gleich darauf das komische Thema des weinendenHündchens aus dem Marionettenspiel "Von der gottlosen List",ohne recht beurteilen zu können, ob Adrian das Vergnügenmache oder nicht. Schliesslich seufzte er und sagte, es seiihm garnicht nach Pfeifen zu Mute, vielmehr recht schwer umsHerz, oder, wenn nicht schwer, so doch ärgerlich, verdrossen,ungeduldig, auch ratlos-sorgenvoll immerhin, also dennochschwer. Warum? Darauf zu antworten sei natürlich nichtleicht und nicht einmal recht zulässig, es sei denn allenfallsunter Freunden, wo das Gebot der Diskretion nicht so ins Ge-wicht falle, dies Kavaliersgebot, Weiberaffairen für sichzu behalten, das er gewiss zu halten pflege,, er sei keinSchwätzer. Aber ein blosser Kavalier sei er auch nicht, manirre sich sehr, wenn man nur dergleichen in ihm sähe, - einenoberflächlichen Lebemann und Seladon, das sei ja ein Graus.
Er sei ein Mensch und ein Künstler, und auf die Kavaliers-diskretion pfeife er - insofern sei ihm allerdings nach Pfei-fen zu Mut -, wo ja doch der, zu dem er spreche, sicher sogut Bescheid wisse, wie alle Welt. Kurzum, es handle sich umInes Rodde, Institoris richtiger, und um sein Verhältnis zuihr, für das er nichts könne. "Ich kann nichts dafür, Adrian,glaube - glauben Sie mir! Ich habe sie nicht verführt, son-dern sie mich, und die Hörner des kleinen Institoris, um die-sen dummen Ausdruck zu gebrauchen, sind ausschliesslich ihrWerk, nicht meines. Was wollen Sie machen, wenn eine Frausich wie eine Ertrinkende an Sie klammert und Sie durchauszum Geliebten will? Wollen Sie ihr ihr Obergewand in denHänden lassen und fliehen? Nein, das tut man nicht mehr, son-dern da gibt es nun doch wieder Kavaliersgebote, denen man
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