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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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11 so blau wie die tiefste See” - vielleicht, wie die Menschen,eine unsterbliche Seele zu erlangen. Er spielte mit dem Ver-gleich zwischen den messerscharfen Schmerzen, die die stummeSchöne bei jedem Schritt auf ihren weissen Gehwerkzeugenzu erdulden sich bereit gefunden, und dem, was er selbst un-aufhörlich auszustehen hatte, nannte sie seine Schwester inder Trübsal und übte übrigens eine Art von familiärer undhumoristisch realer Kritik an ihrem Benehmen, ihrem Eigen-sinn, ihrer sentimentalen Versehntheit nach der zweibeini-gen Menschenwelt.

- Gleich mit dem Kult der auf den Meeresgrund geratenenMarmorstatue, sagte er, - fängt es an, dem Knaben, der offen-bar von Thorwaldsen ist, und an dem sie unerlaubt vielGeschmack findet. Die Grossmutter hätte ihr das Ding weg-nehmen sollen, statt zu erlauben, dass die Kleine auch nocheine rosenrote Trauerweide dazu in den blauen Sand pflanzt.Man hat ihr früh zuviel durchgehen lassen, und nachher istdas Verlangen nach der hysterisch überschätzten Oberwelt undnach der "unsterblichen Seele" nicht mehr zu bändigen. Eineunsterbliche Seele, warum denn? Ein ganz törichter Wunsch!

Es ist viel beruhigender zu wissen, dass man nach dem Todezu Schaum auf dem Meere wird, wie es ihr von Natur wegen zu-'kommt. Eine ordentliche Nixe hätte diesen Hohlkopf von Prin-zen, der sie garnicht zu schätzen weiss und vor ihren Augeneine Andere heiratet, an den Marmorstufen seines Schlossesverführt, ihn ins Wasser gezogen und zärtlich ertränkt, stattihr Schicksal von seiner Dummheit abhängig zu machen, wiesie es tut. Wahrscheinlich hätte er sie mit dem angebore-nen Fischschwanz viel leidenschaftlicher geliebt, als mitden schmerzhaften Menschenbeinen...

Und mit einer Sachlichkeit, die nur scherzhaft sein konnte,aber mit zusammengezogenen Brauen, dabei nur halb deutlich,mit unwillig sich bewegenden Lippen, sprach er von den ästhe-

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