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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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die Schand machen. Und hei der Frau sind es die Haar, ihab's gleich gesehen. Sonst war's noch ganz nett beinand,aber die Haar, wissen's die gehen aus über der Stirn, dassder Ansatz verdorben ist und sie sie mit der Brennscher'bei aller Müh da vorn nichts Recht's mehr zusammenbringt,und da verzweifelt sie, denn es ist ein grosses Leid, glau-ben' s das nur! und verzichten tut's auf die Welt und ziehtzu die Schweigestills, das ist ganz einfach."

So die Mutter mit ihrem straff gezogenen, leicht versil-berten Scheitel, der in der Mitte den Streifen weisser Kopf-haut sehen liess. Adrian, wie gesagr, war wenig berührtvon dem Einzug der neuen Mieterin dort drüben, die, als siezuerst den Hof besucht hatte, sich von der 'Wirtin zu kurzemEinspruch hatte zu ihm führen lassen, dann aber, seine Ar-beitsruhe schonend, für seine Zurückhaltung die ihre in Tauschgab und ihn nur einmal, gleich anfangs, zum Thee bei sich sah,- in diesen paar schlicht getünchten und niedrigen Stubenhinter den Kastanien zu ebener Erde, die mit den bürgerlich-eleganten Resten ihres Hausrats, Kandelabern, Steppfauteuils,dem "Goldenen Horn" in schwerem Rahmen, dem Flügel mit derBrokatdecke darüber, wunderlich genug angefüllt waren. Vonda an, wenn man einander im Dorf oder auf Feldwegen begegnete,wechselte man nur einen freundlichen Gruss oder stand auchein paar Minuten im Gespräch über die arge Lage des Landes,die wachsende Ernährungsnot in den Städten, unter der man hierweit weniger litt, sodass denn die Eingezogenheit der Senato-rin eine praktische Rechtfertigung und scheinbar etwas wiesorgende Vorsätzlichkeit gewann, indem sie ihr erlaubte, ihreTöchter, ja auch ehemalige Freunde ihres Hauses, wie dieKnöterichs, von Pfeiffering aus mit Lebensmitteln, Eiern,Butter, Würsten und Mehl, zu versehen. Aus diesen Packungenund Sendungen machte sie sich während der kärgsten Jahregeradezu einen Beruf. -

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