XXV
Das Dokument, auf das in diesen Blättern wiederholt Hinwei-se geschahen, Adrians geheime Aufzeichnung, seit seinem Abschei-den in meinem Besitz und gehütet als ein treuer, furchbarerSchatz, - hier ist es, ich teile es mit. Der biographischeAugenblick seiner Einschaltung ist gekommen. Da ich seinemeigenwillig gewählten, mit dem Schlesier geteilten Refugium,worin ich ihn aufgesucht, im Geiste wieder den Rücken gekehrthabe, setzt meine Rede aus, und unmittelbar vernimmt in die-sem fünfundzwanzigsten Kapitel der Leser die seine.
Wäre es nur seine? Es ist ja ein Zwiegespräch das vor-liegt. Ein anderer, ganz anderer, ein entsetzlich andererführt sogar vornehmlich das Wort, und der Schreibende inseinem Steinsaal legt nur nieder, was er von ihm vernahm.
Ein Dialog? Ist es in Wahrheit ein solcher? Ich müsstewahnsinnig sein, es zu glauben. Und darum kann ich auch nichtglauben, dass er in tiefster Seele für wirklich hielt, waser sah und hörte: während er es hörte und sah und nachher,als er es zu Papier brachte, - ungeachtet der Cynismen mitdenen der Gesprächspartner ihn von seinem objektiven Vorhan-densein zu überzeugen suchte. Gab es ihn aber nicht, denBesucher - und ich entsetzte mich vor dem Zugeständnis, dasdarin liegt, auch nur konditionell und als Möglichkeit seineRealität zuzulassen! - so ist es grausig zu denken, dass auchjene Cynismen, Verhöhnungen und Spiegelfechtereien aus dereigenen Seele des Heimgesuchten kamen...
Es versteht sich von selbst, dass ich Adrians Handschriftnicht dem Drucker zu überantworten gedenke. Mit dem eigenenKiel übertrage ich sie Wort für Wort von dem Hotenpapier,das mit seinen schon früher charakterisierten, kleinen undaltertümlich schnörkelhaften, tiefschwarzen Rundschriftfeder-zügen, einer Mönchsschrift, möchte man sagen, bedeckt ist,
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