Was er von Schildknapp gewollt hätte, der als Übersetzerin nahem Verhältnis zur englischen Sprache lebte und überhauptein warmer Verehrer alles Englischen war, stellte sich inweiteren Gesprächen noch diesen Abend heraus. Ich erfuhr,dass Adrian nach einem Opern-Sujet Ausschau hielt, und dasser schon damals, Jahre bevor er sich ernstlich der Aufgabenäherte, "Love's labour Lost" dafür ins Auge gefasst hatte.
Was er von dem auch musikalisch bewanderten Schildknappwünschte, war die Einrichtung des Textes; aber jener wollte,teils um seiner eigenen Arbeiten willen, teils auch wohl,weil Adrian ihn vorderhand kaum hätte entschädigen können,nichts davon wissen. Nun, später habe ich dem Freunde diesenDienst geleistet und denke gern an das erste, vortastendeGespräch zurück, das wir schon an jenem Abend über den Ge-genstand führten. Ich stellte fest, dass die Tendenz zurVermählung mit dem Wort, zur vokalen Artikuliertheit ihn mehrund mehr beherrschte: er versuchte sich jetzt fast ausschliess-lich in der Komposition von Liedern, kurzen und längerenGesängen, ja epischen Bruchstücken, wobei er seinen Stoffeiner mittelmeerischen Blütenlese entnahm, die, in ziemlichglücklicher deutscher Übersetzung, provencalische und cata-lonische Lyrik des 12. und 13. Jahrhunderts, italienischeDichtung, visionäre Höhepunkte der Divina Comedia, dannSpanisches und Portugiesisches umfasste. Es war, der musi-kalischen Stunde nach, und nach den Jahren des Adepten, fastunvermeidlich, dass hier und dort der Einfluss Gustav Mahlersspürbar war. Aber schon wollten ein Laut, eine Haltung, einBlick, eine allein wandelnde Weise wahrgenommen sein, diefremd und streng auf sich selbst bestanden, und an denen manheute den Meister der grotesken Gesichte der Apocalipsiswiedererkennt.
Am deutlichsten meldete dieser sich an in den Gesängen derReihe, die dem Purgatorio, dem Paradiso entnommen und mit
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