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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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gefassten Worten werde ich sagen, was ich weiss, - getröstetimmer bis zu einem gewissen Grade durch den Gedanken, dem ichvorhin schon Zutritt gewährte, den Gedanken der Wahl, denGedanken, dass etwas einer Liebesbindung Ähnliches hier wal-tete, was der Vereinigung dieser kostbaren Jugend mit dem un-seligen Geschöpf einen Schimmer des Seelenhaften verlieh. Frei-lich ist dieser Trostgedanke unlösbar an den anderen, destograusigeren gekettet, dass liebe und Gift hier einmal fürimmer zur furchtbaren Erfahrungseinheit wurden: der mytholo-gischen Einheit, welche der Pfeil verkörpert.

Es hat ganz den Anschein, als habe in dem armen Gemüt derDirne etwas den Gefühlen geantwortet, die ihr der Jünglingentgegenbrachte. Kein Zweifel, sie erinnerte sich des flüch-tigen Besuchers von damals. Ihre Annäherung, dies Streichelnseiner Wange mit dem nackten Arm, mochte der niedrig-zärtlicheAusdruck ihrer Empfänglichkeit gewesen sein für alles, wasihn von der üblichen Klientele unterschied. Sie erfuhr auchaus seinem Munde, dass er die Reise hierher um ihretwillenzurückgelegt habe, - und sie dankte es ihm, indem sie ihn

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vor ihrem Körper warnte. Ich weiss es von Adrian: sie warnteihn; und kommt nicht dies einer wohltuenden Unterscheidunggleich zwischen der höheren Menschlichkeit des Geschöpfesund ihrem der Gosse verfallenen, zum elenden Gebrauchsgegen-stand herabgesunkenen physischen Teil? Die Unglücklichewarnte den Verlangenden vor "sich", das bedeutete einen Aktfreier seelischer Erhebung über ihre erbarmungswürdige phy-sische Existenz, einen Akt menschlicher Abstandnahme davon,einen Akt der Rührung, - das 'Wort sei mir gewährt, - einenAkt der Liebe, Und, gütiger Himmel war es nicht Liebe auch,oder was war es, welche Versessenheit, welcher Wille zum gott-versuchenden Wagnis, welcher Trieb, die Strafe in die Sündeeinzubeziehen, endlich: welches tief geheimste Verlangennach dämonischer Empfängnis, nach einer tötlich entfesselnden

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