vollendet hatten. Erschütternd nannte es der Redner, wie hierdas sinnliche Gebrechen die geistige Kühnheit gesteigert undder Zukunft den Schönheitssinn vorgeschrieben habe. Aber nichtohne Byzantinismus, meinte er, gehe es denn doch wohl ab,wenn wir Heutigen in diesem Stück, das dann übrigens auf Drin-gen des Verlegers vom Werk separiert und durch einen Final-satz im freien Stil ersetzt worden sei, - wenn wir nichts alsklarste, wohlgefälligste Form darin zu erblicken vorgäben. Erwollte auch kühn sein, erklärte er, und sich den Mund verbren-nen, indem er behaupte, dass etwas wie Hass und Vergewaltigungin dieser Art, die Fuge zu traktieren, erkennbar sei, eindurch und durch schwieriges und problematisches Verhältniszu dieser Kunstform, das sich denn auch in dem Verhältnis oderUnverhältnis des grossen Mannes zu einem nach der Meinung man-cher noch viel grösseren, zu Johann Sebastian Bach, wiederge-spiegelt habe. Bach sei dem Gedächtnis der Zeit überhauptfast abhanden gekommen gewesen, und in Wien habe man von derprotestantischen Musik noch besonders nichts wissen wollen.
Für Beethoven sei Händel der König der Könige gewesen, undausserdem habe er eine grosse Vorliebe für Chsrübini gehabt,dessen Medea-Ouvertüre er, als er noch hörte, nicht oft genughabe hören können. Was er von Bach besessen, sei sehr weniggewesen: ein paar Motetten, das Wohltemperierte Klavier, eineToccata und noch dies und das, in einem Bande zusammengefasst.In diesem Bande nun habe ein von fremder Hand geschriebenerZettel gelegen mit dem Diktum: "Man kann die Stärke eines Mu-sikkenners nicht besser prüfen, als wenn man zu erfahren sucht,wie weit er in der Schätzung der Bach’sehen Werke gekommen."
Zu beiden Seiten dieses Textes aber habe der Besitzer mit derdicksten Notenfeder je ein emphatisches, ein grimmiges Fra-gezeichen hingemalt e
Dies alles sei sehr interessant und auch paradox, da manwohl sagen könne, dass, wenn Bach jener Zeit vertrauter gewesen,
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