Credo mit der Fuge, und nicht des Abendessens gedenken wollen,das auf dem Herde stand, bei welchem die immer vergebens war-tenden Dienerinnen, von der Natur überwältigt, endlich ein-geschlafen waren. Als nun der Meister zwischen der zwölftenund ersten Stunde zu essen verlangt, hatte er die Mägde dennalso schlafend, die Speisen aber verdorrt und verkohlt gefun-den und war darüber in den allerheftigsten, das nächtlicheHaus um so weniger schonenden Zorn ausgebrochen, als er selbstseine Lautheit nicht hörte. "Könnt ihr denn nicht eine Stun-de mit mir wachen?" hatte er immer wieder gedonnert. Es warenaber der Stunden fünf, sechs gewesen, und die gekränkten Mäd-chen hatten bei Tagesgrauen das Weite gesucht, einen so unge-bärdigen Herrn sich selbst überlassend, der denn also heutekein Mittagessen gehabt, seit vorigen Mittag überhaupt nichtsgenossen hatte. Statt dessen arbeitete er drinnen in seinemZimmer, am Credo, am Credo mit der Fuge, - die Jünger hörtenes durch die verschlossene Tür, wie er arbeitete. Der Taubesang, heulte und stampfte über dem Credo - es war so schaurigergreifend zu hören, dass den an der Tür Lauschenden das Blutin den Adern gefror. Da sie sich aber eben in tiefer Scheuhatten entfernen wollen, war jäh die Tür aufgegangen, undBeethoven hatte in ihrem Rahmen gestanden, - welchen Anse-hens? Des schrecklichsten! In verwahrloster Kleidung, dieGesichtszüge so verstört, dass es Angst einflösste, die lau-schenden Augen voll wirrer Abwesenheit, hatte er sie ange-starrt und den Eindruck gemacht, als komme er aus einem Kampfauf Leben und Tod mit allen feindlichen Geistern des Contra-punkts. Er hatte Ungereimtes gestammelt zunächst und wardann in klagendes Schelten ausgebrochen über die saubere Wirt-schaft bei ihm, dass alles davcngelaufen, dass man ihn hun-gern lasse. Sie hatten ihn zu besänftigen gesucht, der Einewar ihm bei der Toilette behilflich gewesen, der Andere ge-laufen, im Wirtshaus eine restaurierende Mahlzeit bereit zu
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