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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Traenen benetzte, und Liberius, das Haupt zur Seite geneigt,blickte mit fromm herabhaengendem Mundwinkel hoch ueber ihnhinweg.

"Ach, und die Hosen", erinnerte Probus sich an seinem Busen,"in die sein liebes Blut sich verwandelte, als ich vor meinerSendung verzagen wollte!"

"Rosen?" fragte Liberius, indem er die Umarmung lockerte.

"Ich weiss von solchen nicht."

"Rosen die Menge bei mir!" versicherte Probus* "Ihr Duftschlug gaenzlich den des Lorbeergebueschs aus dem Felde."

"Ich kann", erwiderte Liberius und beendete die Umarmung,

"nur wiederholen, dass mir keine Rosen zu Gesicht gebracht wordensind* Aber lass uns, mein Freund, ein so herrliches Begebnisnicht verunehren, indem wir neidisch dabei auf einander sehen!

Ich halte fuer moeglich, dass das Lamm In Anbetracht meinerEigenschaft als Sohn und Fuerst der Kirche, es nicht fuer noetighielt, meinen Glauben durch ein Rosenwunder zu stuetzen."

"Gewiss, mein Teuerer, so mag es sein", pflichtete der Anicierihm bei, "obgleich du es mir nicht verargen darfst, dass ich diePoesie dieser mir vorbehaltenen Erscheinung bewundere und dicheinlade, es mit mir zu tun. Was wir aber vor allem bewundernwollen, ist die Weisheit des Lammes, nicht nur einem von uns,sei es dir oder mir> sondern uns beiden die erfolgte Erwaehlungzu verkuenden und j edem von uns die Reise anzubefehlen. Mitwieviel groesserer Zuversicht werden wir sie zusammen aatreten,als wenn nur einer die Weisung empfangen haette! Schwer Ist es,ohne Gesellschaft zu glauben, und nicht zu leugnen Ist, dassHandlungen, die aus einem voellig privaten und einsamen Glaubengeschehen, leicht etwas Naerrisches haben. Und unsere Mitbuerger?248