"Schone dein Kind", rief sie ihm nach, "gib acht auf dichund uebertreib' es nicht mit der Bussei"
Aber er hoerte nicht mehr»
Der Stein
Er legte Bettlerkleid an, ein haehrenes Hemd, strickgeguer-tet, und nahm nichts mit, als einen knotigen Stab, keinen Brot-beutel, nicht einmal eine Bettlerschale» Die Tafel allerdings,geschrieben von seiner und seiner Kinder Mutter, die hatte eran sich genommen und trug sie auf dem blossen Leibe. So ging erin der Daemmerung von der Burg seines Jammergluecks hinab undhinweg, entschlossen, sich keine Gnade zu goennen, als die, seineMuehsal mit willigem Herzen zu tragen. Was er wuenschte war,dass Gott ihn in eine Wuestenei sende, wo er buessen koennte bisin den Tod.
Die Nacht schlief er unter einem Baum, der die ersten Blaet-ter fallen liess auf den Pilger, - schlief da wie einst auf derInsel, als er seine Geburt erfahren, sodass weder Huette nochKloster ihn laenger bergen und nur der Himmel ihm Obdach seinkonnte. Die Menschen und ihre Strassen mied er im Weiterwandernbei neuer Sonne. Die rote Heide, Wald und weglose Wildnis, durchdie setzte er seinen Stab, durchwatete die Wasser neben derBruecke und trat mit blossen Fuessen die Stoppeln der Felder.
Den ersten Tag ass er nichts, den zweiten gaben ihm Koehler imForest von ihrem Mahl einen Abfall. Am dritten, gegen Abend,da war er schon weit und wusste nicht, wo: Ein Regenschauer ver-finsterte den Himmel, und im fahlen Licht fuehrte von den Hue-geln, durch die er gestrichen war, ein Waldsteig, krumm, gras-verwachsen und nicht breiter als ein quergelegter Ritterspiess,216