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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
112
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arme bedeckten. Im Vorbeigehen stiess er mit seinem linkenFuss, ganz ohne Ruecksicht darauf, ob er sich selbst dabei weh-taete oder nicht, grob gegen die ausgestreckten Beine des Anderen,als seien sie ein laestig herumliegendes Ding, und ging weiter.

Grigorss sah ihm mit erhobenen Brauen nach. “Vergib, Flann“,rief er hinter ihm drein, “dass dir meine Beine im Wege warenj“Flann achtete darauf nicht. Als er noch ein Stueck weit gegan-gen war, kehrte er um. Da Grigorss das sah, zog er seine Beineein und stellte sie auf, sodass freie Bahn war fuer Flann, auchwenn er ganz dicht vorueberstrich.

Er blieb aber diesmal stehen vor Grigorss, sodass diesersein Buch sinken Hess und fragend zu ihm aufblickte.

“Tust du lesen?“ fragte Flann,

“Ja, lesen,“ antwortete Grigorss laechelnd und achselzuckend,als sei das Lesen nun mal eine Grille von ihm, und setzte hin-zu: “Und du hast, wie ich sah, bei Reine Inguse nach dem Rechtengeschaut.“

“Das geht dich nichts an“, sagte Flann, indem er den kurzenNacken etwas vorstiess. “Was liest du aber?“

“Man koennte sagen“, erwiderte Grigorss mit leichtem Erroe-ten, “dass das nun wieder dich nicht viel angeht. Doch ist esein Buch 'De laudibus sanctae crucis', das Ich gerade lese.“

“Is das Kriechisch?“ fragte Flann, wieder den Kopf etwasvorstossend.

"Es ist Lateinisch“, antwortete Grigorss, "und heisst'Von den Lobpreisungen des heiligen Kreuzes'» So haette ich esgleich sagen sollen. Bruder Peter-und-Paul hat es mir in derFreizeit zu lesen aufgegeben. Es sind Verse, weisst du, und siesind mit guten prosaischen Erlaeuterungen versehen.“