Mahaute, Wiglafs Weib, sonst duerr und zaenkisch, wurde stetsmild und ueppig, wenn sie eben Mutter war, weshalb der Mann sieauch, trotz seiner Huette Armut, so oft wie moeglich mit Trachtund Segen versah. Sie hatte Milch, mehr als genug fuer ihr ei-genes Brustkind, reichlich auch noch fuer das Zugetragene undstillte und waermte es mit der Sanftmut, die wieder fuer kurzeZeit ihr Teil war. So lag es, rot und gefriedet in schlechtenWickeln und auf Stroh gebettet, neben dem Pischerknaben Flann,der nun sein Milchbruder war. Als aber die Eheleute gegessenhatten, nahmen sie das Kind und trugen es hinueber zum Klosternach des Abtes Weisung. Dieser hatte die Brueder im Zoenakelfestgehalten und dem Vorleser, Bruder Fiakrius, einem Moench mitsammtener Basstimme, befohlen, ihnen noch ein vorzuegliches Ka-pitel aus dem Buche “Summa Astesana“ zu lesen. Sie lauschtenmit Genuss, als jene um Vor lass bitten Hessen, und mein Freund,der Abt, zeigte sich etwas unwirsch der Unterbrechung wegen.
“Was muessen sie uns stoeren“, sagte er, “in diesem geistreichenKapitell“ War aber dann voller Milde gegen die Armen, wennauch erstaunt.
“Ihr guten Menschen“, sprach er, “was fuehrt euch zu uns zudritt mit diesem auffallend schoenen Kinde?“
Nun war es an Wiglaf, den Mund zu spitzen und seinen Staren-spruch zu liefern von den frommen parentes, der siechen Bruders-tochter und der Kristenung, und wie er es tat, verbreitete gros-se Erheiterung sich unter den Moenchen. Denn wohl hatte derAbt gemeint, sie wuerden lachen, wenn der Fischer schlechtenMundes spraeohe, nun aber lachten sie gerade, weil er so feinsprach, zumal da er’s nicht ganz vermochte und zwischenein doch“Suckling“ und “bappen“ sagte, wider das Verbot.
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