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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
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gelassen, da er aus dem Freibeutertum des Geistesin einige Rechtlichkeit und bürgerliche Verbindungeingetreten war, Amt und Ehren trug, Weib undKinder besaß, nun war er erschöpft und fertig. Ver-sagen und verzagen — das war's, was übrig blieb.

Er stöhnte, preßte die Hände vor die Augen undging wie gehetzt durch das Zimmer. Was er da ebengedacht, war so furchtbar, daß er nicht an der Stellezu bleiben vermochte, wo ihm der Gedanke gekommenwar. Er setzte sich auf einen Stuhl an der Wand,ließ die gefalteten Hände zwischen den Knien hangenund starrte trüb auf die Diele nieder.

Das Gewissen... wie laut sein Gewissen schrie!Er hatte gesündigt, sich versündigt gegen sich selbst inall den Jahren, gegen das zarte Instrument seinesKörpers. Die Ausschweifungen seines Jugendmutes,die durchwachten Nächte, die Tage in tabakrauchigerStubenluft, übergeistig und des Leibes uneingedenk,die Rauschmittel, mit denen er sich zur Arbeit gestachelt— das rächte, rächte sich jetzt!

Und rächte es sich, so wollte er den Götterntrotzen, die Schuld schickten und dann Strafe ver-hängten. Er hatte gelebt, wie er leben mußte, erhatte nicht Zeit gehabt, weise, nicht Zeit, bedächtig zusein. Hier, an dieser Stelle der Brust, wenn er atmete,