Druckschrift 
Deutschlands wildwachsende Arzney-Pflanzen und deren gewöhnlichste Verwechslungen : mit Linnés Bild
Entstehung
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Zapfenbäume. Spr. Monoecia, monodelphia. Lin.

PINUS. Fichte.

Gattungs-Character: Männliche Käzchen vielblüthig, unter dünnen Schup-pen zweyjäclierige Staubbeutel enthaltend. Weib liehe Käzchen eyrund;Schuppen doppelt, zweyblüthig; Narbe einfach, länglich, zwischenbeyden Fruchtknoten befindlich. Nuss geflügelt einfächerig.

PINUS SYLVESTRIS. L.

Gemeine Fichte, Kiefer, Kienbaum, Föhre, Forche, Harzbaum.

Beschreibung: Ein starker, 5o 100 Fuss hoher Baum; Wurzel weit-schweifig, holzig; Stamm aufrecht; Rinde aschfarbig oder braun,rissig; Aeste aufsteigend, bey den jungen Stämmen cjuirljörmig, beyden älteren abwechselnd. Blätter nadeiförmig, zu i, selten zu 3 auseiner kurzen, häutigen, abgestutzten Scheide entspringend, steif, sehrschmal, spitzig, glatt, 2, 3 Zoll lang, immergrün. MännlicheBlüthen röthlichgelb, am Ende eine aufrechte Traube bildend; Weib-liche Blüthen am Ende, cler jungen Triebe stehend, einzeln oder gepaart,einen eyförmigen, purpurrothen Zapfen bildend Fruchtzapfen eyför-mig, rundlich, stumpf, hängend, braun; Schuppen rautenförmig,stumpf, innwendig ausgehöhlt, holzig, zweysaamig; Saame länglich,mit einem häutigen Flügel versehen, braun.

Wächst in ganz Deutschland und überhaupt in dem nördlichen Europa aufsandigem Boden und bildet ganze Wälder.

Blühet im May; Die Früchte reifen im November und Dezember deszw ey ten Jahrs.

Officinell: Die jungen röthlichen, harzigen Sprossen, welche im Frühlingvor der Entwicklung der Blätter an den Enden der Zweige erschei-nen, Turiones s. Summitates Pini; ferner das aus dem Stamm flies-sende Harz, der daraus bereitete gemeine Terbinthin und das Terbin-thinöl, Besina Pini, Terebinthina communis, Oleum Terebinthince,und das aus den Saamen gepresste Oel, Ol Pini expressum, das Co-lophonium, der Theer, das Schiffpech, der Kienruss.

GRAUMÜLLERS Handbuch der ph. Bot. V er Theil pag. 100.

a. Ein Zweig mit einer männlichen Blüthentraube,

« v

I). weiblichen Bliithenzapfen und einer Frucht'

Zergliederungen: 1. Eine einzelne männliche Blüthensäule vergrössert.

1. Einzelnes Staubgefäss.

3. Weibliche Blüthenschuppe von der innern Seite.

4« äussern

5. Reifer Zapfen.

6 Einzelne Schuppe desselben von aussen.

7. Dieselbe von innen mit den Saamen.

8. ohne die Saamen.

9. Der Saame mit dem Flügel.

10. Der Flügel ohne den Saamen.

11. Der Saame.

12. vergrössert.