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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Büsbach, Vicht, Maubach, Eschweiler, Altenberg, Osnabrück, an den „Bleikuhlen" südlich von Lichtenau imKreis Büren), angeblich auch bei Tarnowitz und in Schlesien (?). Diese Rasse, die allein von den mitteleuropäischenFormen regelmässig unter 1000m vorkommt, ist nicht streng an den Zinkboden gebunden. Nach Risse ent-hält die Asche 1,52°/o Zinkoxyd, nach A. Baumann 4,28°/o (im lufttrockenen Zustand 0,37 °/o). Vgl. auch dieschwermetallischen Rassen von Silene inflata, Thlaspi alpestre, Arabis Hallen und Armeria elongata, ferner Aug.Schulz. Ueber die auf schwermetallhaltigem Boden wachsenden Phanerogamen Deutschlands. XL. Jahresber.der Westfäl. Prov.*Ver. für Wiss. u. Kunst, Münster 1914) und O. v. Linstow. Die natürliche Anreicherungvon Metallsalzen in den Pflanzen. Repertorium specierum novarum. Berlin 1924.

Grundformen der V. lutea waren schon um 1600 zu Eichstätt und bald darauf auch in England inKultur; sie gehören zu den Stammarten der grossblütigen Gartenstiefmütterchen (vgl. die Bastarde). — DieStandortsansprüche der einzelnen Rassen sind recht verschieden. Die Pflanze der Alpen (und wohl auch dieanderen) ist nach W. Kinzel ein typischer Lichtkeimer. Blüte und Frucht verhalten sich im übrigen wie bei dengrossblumigen Rassen der V. tricolor. Als Bestäuber sind neben Musciden und Apiden besonders auch Tag«falter tätig. Eine in den Vogesen beobachtete Vergrünung der Blüten dürfte auf Insektenstich beruhen.Pflanzen mit gefüllten Blüten werden nur selten kultiviert.

1929. Viola Dubyäna 1 ) Burnat apud Gremli (= V. heterophylla var. ß Bertol., = V.gräcilis Comolli non Sibth. et Sm., = V. declinäta Gaudin non Waldst. et Kit., = V.declinata Gaud. var. gracilis Kocli p. p.). Feinblätteriges Stiefmütterchen. Fig. 2057a.

Kahle oder sehr kurzbehaarte Langsprossstaude mit dünnem, ästigem Erdstode, ohneoberirdische Ausläufer. Stengel aufsteigend bis aufrecht, ± 1 bis 2 ('/s bis 3) dm hoch, meist

einfach oder nur am Grund verzweigt, ziemlich dünn. Laubblättermit dem Stiel i 2 bis 3 (bis 4) cm lang, die unteren mit eiförmigerbis kreisrunder, 1 /s bis 1 cm langer, jederseits 2 bis 4 rundlicheKerbzähne tragender Spreite, die mittleren und oberen schmal»lanzettlich bis lineal, 2 bis 4 mm breit, spitz oder stumpf, allmählichin den Stiel verschmälert, ganzrandig oder jederseits mit 1 bis 3stumpfen Sägezähnen, meist ohne deutliche Nerven. Nebenblätterder unteren Laubblätter kürzer als der Blattstiel, ± bis zum Grundin 3 bis 7 lineale Zipfel zerschlitzt, die oberen 2 /s bis */& so langals die Laubblätter, fiederspaltig, mit laubblattähnlichem, doch stetsganzrandigem Endzipfel. Blüten mit 3 bis 7 cm langem Stiel, ± 2bis 2 1 /a cm gross. Kelchblätter lanzettlich, mit rundlichen Anhängseln.Kronblätter ziemlich schmal verkehrt=eiförmig, meist lebhaft violett,das untere mit hellgelbem Saftmal, dunkelvioletten Nektarstrichenund 5 bis 6 mm langem, die Kelchanhängsel um 3 bis 5 mm über»ragendem, ziemlich dünnem, meist geradem Sporn. Kapsel kürzerals die Kelchblätter, aufspringend. — VI, VII.

In Felsspalten und Magerwiesen subalpiner und alpiner Fels»hänge der südlichen Kalkalpen von der Grigna bis zum Monte Baldo.

In Südtirol auf den Bergen zwischen Chiese, Sarca und dem Gardaseeverbreitet, besonders in der Val dl Ledro und Val Vestino, von 900 bis 2100 m(herabgeschwemmt unterhalb Turano 670 m, in Judikarien und im Trentinomeist erst über 1500 m), auch auf dem Monte Baldo. Erreicht die Schweiz nicht; eine von der Südtiroleretwas abweichende Form westlich bis zur Grigna bei I.ecco (in Magerwiesen mit Carex sempervirens, AlliumInsubricum usw. von 1360 bis zirka 1800 m) und zu den Corni di Canzo am Comersee. Fehlt anderwärts.

Dieser Reliktendemit der südalpin»dinarischen Kalkalpen gehört zu einer an Kleinarten von meistähnlich beschränkter Verbreitung reichen Gruppe der süd. und südosteuropäischen und orientalischen Gebirge,

') Benannt nach dem Genfer Pfarrer und Floristen J. E. Duby (geb. 1798), der die Pflanze 1817an den Corni di Canzo in den Bergamaskeraipen entdeckt und dem ihm befreundeten Gaudin übermittelt hat.Schon früher hatte sie Comolli am Comersee gefunden und bald darauf entdeckte sie auch Pollini in Südtirol.

Fig.2057. Viola Dubyana Burnat.a Habitus. — V. declinataW aldst.et Kit. b Stengelblatt, c und d.Fruchtknoten, e Spornblatt. ( b bise nach Wittrock).