(Suppl.) Pyrethrum. — Saccharum.
1349
Pyrethrum (Bd II, 778). Insectenpulver. Nach Rother soll dieWirksamkeit des Persischen Insectenpulvers in einer Säure oder vielmehr einemGlykosid, Per sie in benannt, zu suchen sein. Dieses ist braun, amorph, vonHoniggeruch und zerfällt beim Erhitzen mit Salzsäure in Glykose und Persi-retin. Mit Kali giebt es ein krystallisirbares und amorphes Salz. Dannenthält das Insectenpulver eine ölige Harzsäure (Persice'in), vom Geruch desPulvers und von bitterlichem Geschmack, löslich in Aether, Weingeist, Benzol,Alkalilaugen, nicht in Chloroform. Nach Hager's in Betreif der Wirkungdes Persischen Intectenpulvers leider nur wenigen Versuchen wird die inse-cticidische Wirkung durch zwei Substanzen bedingt. Die erste Substanz ist eindem Trimethylamin verwandter Stoff, welcher sich in den Blüthen an eineSäure gebunden vorfindet. Da ihm nur eine sehr geringe Menge dieser Sub-stanz an Salzsäure gebunden zu Gebote stand, konnte er nur die Wirkung aufFliegen beobachten. Als sie mit Kalilauge übergössen und eine Fliege darübergehalten wurde, machte diese krampfhafte Bewegungen. Der andere weitwichtigere und momentan wirksame Theil sind die Harzdriischen an den Röhrender Blüthchen im Verein mit den stachligen Pollenkörnchen. Der Staub jenerHarzdrüschen und diese Pollenkörnchen haften energisch dem Körper der In-secten an, stäubt in die Falten und Gliederfugen der Insecten hinein, undwirkt wahrscheinlich nur heftig reizend.
Fast wirkungslos ist ein wässriger oder schwach weingeistiger Auszugaus dem Persischen Insectenpulver, was nach dem Gesagten erklärlich ist.Ebenso kann die Tinctur das trockne Insectenpulver niemals vollständig er-setzen.
Saccharum. — Glykose. Quantitative Bestimmung derselben (Bd. II,S. 856).
4. Die Bestimmung mittelst sachsse 'scher kalischer Mercurijodid-lösung. Diese Lösung soll weit sichere Resultate liefern als die KNAPp 'scheMercuricyanidlösung. Nach Sachsse werden 18,0 trocknes Mercurijodid neben25,0 Kaliumjodid in destill. Wasser unter Digestionswärme gelöst, der Lösungeine Lösung von 80,0 reinem Aetzkali in der doppelten Menge destill. Wasserhinzugesetzt und das Ganze bis auf 1000 CC. verdünnt. Von dieser Lösungwerden 40 CC. (entsprechend 0,72 Mercurijodid) zum Sieden erhitzt, und manlässt von der Glykoselösung bis zur völligen Reduction des Quecksilbers (vergl.unter Urina, Bd. II, S. 1185 die Reaction der KNAPp 'schen Lösung) hinzu-fliessen. 40 CC. entsprechen 0,1342 Grm. Glykose.
Diese Zusammensetzung der kaiischen Mercurijodidlösung' wäre für diePraxis dahin abzuändern ( Hager ), dass je 40 CC. genau 0,1 Glykose ent-sprechen. Man löst 13,5 Mercurijodid nebst 20,0 Kaliumjodid in heissemWasser, versetzt dann mit einer Lösung von 60,0 Aetzkali in Wasser undverdünne bis auf ein Volumen von 1006,5 CC.