1340 (Suppl.) Ferrum albuminatum. — Fungus secalis. — Ergotininum.
i Ergotininnm, Ergotinin (C 70 H 40 N 4 O 12 oder C 3 5H. l0 N 4 O fi = 612) ist vonCh. Tanket aus dem Mutterkorn abgeschieden.
Aquae destillatae 30,0Syrupi Sacchari 100,0.
Agitando exacte commixta cola. In co-latura conterendo in mortario lapideosolve
Ferri oxydati saccharati solubilis 25,0.
Centenae partes syrupi contineant partemdimidiam Ferri oxydati.
Fangns secalis. Nach den Untersuchungen Dragendorff's und Pod-wissotzky's finden sich im Mutterkorn Sclerotinsäure (3 — 4 Proc.),Scleromucin (3 — 4 Proc.), Scleroxantliin (gelber Farbstoff, dessen Kry-stalle von der Formel C : H 7 03+H 2 0), Sclerokrystallin (das Anhydrid desScleroxanthins), Sclererythrin (ein rother Farbstoff), Sclerojodin (in conc.Schwefelsäure oder Aetznatron mit dunkelblauer Farbe löslich), Picroscle-rotin (ein bitteres Alkaloid), Fuscosclerotinsäure.
Das Scleromucin ist eine stickstoffhaltige, schleimige, in Wasser lös-liche, aus der wässrigen Lösung durch 45 proc. Weingeist fällbare Substanz.Es ist ein Collo'id. Nach dem Eintrocknen löst es sich nur schwierig inWasser. Es soll ähnlich wie die Sclerotinsäure wirken.
Eigenschaften. Die Sclerotinsäure, eine Stickstoff enthaltende Säure, bildetein geruch- und geschmackloses, weisses (oder blassbräunliches), schwach hygro-skopisches Pulver, löslich in Wasser, kaltem 45proc. Weingeist, heissem 75proc.Weingeist. Durch 90proc. Weingeist wird sie aus ihrer wässrigen Lösungniedergeschlagen. Mit Kalkerde giebt die Säure ein Salz mit 19 — 20 Proc.Kalkgehalt. Dragendorff fand sie constituirt aus 40 Proc. C.; 5,2 Proc. H.;4,2 Proc. N. und 50,2 Proc. O.
Anwendung. Die Sclerotinsäure soll so wie auch das Scleromucin die
Wirkung des Mutterkorns bedingen. Man hat sie subcutan zu 0,04—0,05 in
wässriger Lösung in geburtshtllflichen und gynäkologischen Fällen mit Erfolgangewendet.
Tum sepone per dies tres_ et saepiusagita. (Sit liquor fere limpidus.)D. S. Täglich dreimal einen Esslöffelvoll.
(2) Syrupus Ferri albuminiiti.
K- Albuminis ovi gallinacei 50,0
f Aeidum sclerotinicura, Sclerotinsäure. Das gepulverte Mutterkornwird zuerst mit Aether von dem Fette befreit, dann in 85proc. Weingeistohne Anwendung von Wärme macerirt und damit genügend extrahirt, so langeder Weingeist etwas löst. Das so behandelte Mutterkornpulver wird mit kaltemWasser macerirt und auf dem Verdrängungswege extrahirt. Der wässrigeAuszug enthält die Sclerotinsäure. Man dampft denselben auf ein geringesVolumen ein und fällt die Sclerotinsäure mit 90proc. Weingeist daraus aus.Durch Bindung derselben an Kalk, Zersetzen des Kalksalzes mit verdünnterSalzsäure und Fällen mit Weingeist wird sie gereinigt. Die Firma Witte inRostock stellt diese Säure im Grossen dar.
Aufbewahrung. In dicht geschlossenem Glasgefäss in der Reihe der stark-wirkenden Arzneikörper.