Urtica.
Urtica urens Linn., Urtica clioica Linn ., erstere eine ljälirige, letztereeine ausdauernde Urticacee. Beide Arten sind ein überall häufiges Unkraut.
Herba Urticae, Herba ürticae urentis, Brennnessel, kleine Brennnessel , dasfrische Kraut der Urtica urens. Die kleine Brennnessel hat eine Höhe voncirca 25 Ctm., ästige Stengel und ist auf allen ihren oberirdischen Theilenmit zerstreut stehenden steifen Brennborsten besetzt, im übrigen kahl. Diegegenständigen Blätter sind langgestielt, eirund oder langrund, bis zu 7 Ctm.lang, 5 Ctm. breit, in der Mitte am breitesten, fast 5nervig, tief und regel-mässig gesägt. Die lockeren blattachselständigen Blüthenähren sind kürzerals der Blattstiel. Blüthezeit Juli bis September.
Herba Urticae majoris, grosse Brennnessel, das frische Kraut der Urticadioica. Diese Art ist grösser als die vorige und neben den Brennborstenflaumhaarig. Die unteren Blätter sind grobgesägt, herzeiförmig, an der Basisam breitesten, die oberen mehr lanzettlich und die Blüthenähren ebenso langals der Blattstiel. Blüthezeit Juli bis September.
Bestandtheile. Saladin fand in der Brennnessel Ammoncarbonat, einestickstoffhaltige Materie, gummiähnlichen Schleim, schwärzlichen Farbstoff,Wachs, Gerbsäure, Gallussäure, Kaliphosphat, Kalinitrat, Eisenoxyd etc. DieDestillation mit Wasser ergab ein Ammoncarbonat enthaltendes Destillat. DieBrennborsten enthalten nach von Gorup-Besanez Ameisensäure.
Die Brennborsten bestehen aus einer verlängerten Zelle, welche am Grundeerweitert und von einer Gruppe kleiner Zellen umgeben ist. Sie sind starrund spröde. Beim Berühren der Nessel bricht die Brennborste ab und dringtin die Haut, in diese ihren Saft ergiessend. Damit wird das heftige Brennenerklärt. In der Jugend sind diese Brennborsten nicht genügend entwickelt.Wenn daher die Brennnessel zum Nesseln (urticatio) gebraucht werden soll»so muss die bereits Blüthenähren tragende Pflanze zur Anwendung kommen-Durch Austrocknen verlieren die Brennborsten ihren Character.
Gicht und Rheumatismus, deren sichere Heilung durch Sympathie in einerdreistündigen Kur, ohne Anwendung innerer oder äusserer Mittel. Selbstverlag desbisherigen alleinigen Besitzers des Geheimnisses, K kiete in Berlin. Das ausser-ordentliche Mittel besteht darin, dass der frische Harn des Kranken in einem irdenenTopfe unter verschiedenen Manipulationen an einem Freitage drei Stunden gekochtwird, hierauf die dabei gebrauchten Gegenstände unter genau beschriebenem IIocus-pocus in einem möglichst feuchten Keller stillschweigend vergraben werden. Die18 Octavseiten lange Schrift kostet S Mark.
Schwindsucht und Auszehrung, Heilung durch Sympathie binnen ganz kurzerZeit ohne Anwendung medicinischer Mittel. Nebst Zurückführung solcher Kurenauf Naturgesetze. Nach einer bisher geheim gehaltenen, leicht ausführbaren, er-probten Vorschrift. Herausgegeben und im Selbstverlage von Dr. Kriel in derManteuffel-Strasse, Berlin. Dies ist der Inhalt des Titelblattes eines kleinen Sedez-schriftchens von 32 Seiten, in welchem ausführlich eine sympathetische Heilmethodebeschrieben ist, die der Hauptsache nach in der Kochung von Harn des Krankenmit einem noch warmen Hühnerei besteht.
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Urina. —
Urtica.