Druckschrift 
2 (1878)
Entstehung
Seite
1212
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1212 Unna.

und Ammonosalat versetzt Kalkoxalat fallen lässt, oder: Magnesiaurat,wenn die vorstellend erwähnte, von etwa gegenwärtigem Kalk befreite Flüssig-keit mit Ammon übersättigt und mit Natronphosphat versetzt, eine Fällung(Ammonmagnesiaphosphat) giebt.

XI. Die Concretion giebt keine Murexidreaction, die Asclie ist kein Car-bonat, aber vor dem Löthrohre schmelzend: neutrales Kalkphosphat(2CaO,HO,PO°), Ammonmagnesiaphosphat.

XII. Die Concretion giebt keine Murexidreaction, die Asche braust mitSäuren nicht auf und ist vor dem Löthrohre nicht schmelzbar: basischesKalkphosphat (3CaO,PO J ). Die Gesellschaft von Kalkphosphat und Kalk-carbonat in den Harnconcretionen ist übrigens keine seltene.

XIII. Die Concretion liefert eine Asche, welche mit Essigsäure aufbraust:Kalkoxalat, Kalkcarbonat.

1. Die Concretion löst sich beim Digeriren in verdünnter Essigsäureund braust beim Uebergiessen mit concentrirter Salzsäure auf: Kalk-carbonat.

2. Die Concretion ist in verdünnter Essigsäure durch Maceration nichtlöslich; braust mit Salzsäure nicht auf, wohl aber mit concentrirterSchwefelsäure: Kalkoxalat.

Hier handelt es sich gewöhnlich nur um einen Nachweis von Spuren in demHarne, es müssen daher zur Untersuchung grössere Mengen Harn verwendetwerden. Handelt es sich gleichzeitig um den Nachweis von flüchtigen Sub-stanzen, so ist eine Menge von 300500 CC. des Harnes der Destillationin einer gläsernen Retorte zu unterwerfen.

Jod. Man versetzt 200 CC. Harn mit 2,0 Grin. Aetznatron, dampft zurTrockne ein, löst den Rückstand in 20 CC. Wasser, filtrirt und macht mitSalzsäure etwas stark sauer. Zu 10 CC. des Filtrats giebt man 2 3 CC.Chlorwasser oder besser man leitet die salpetrigen Dämpfe hinein, welche mandurch Einwirkung der Salpetersäure auf Kupfer- oder Eisenfeile entwickelt.Andere 10 CC. Filtrat versetzt man mit Chloroform und Ferrichloridlösung.(Vergl. unter Jod.) Die Wägung geschieht durch Fällung der nicht mit Salz-säure, sondern mit Salpetersäure übersättigten Flüssigkeit mit Silbernitrat undBehandeln des Niederschlages mit 3,3proc. Aetzammon etc. Hierzu sind1000 CC. Harn, durch Abdampfen auf circa 250 CC. reducirt, zu verwenden.

Brom. Der Harn wird wie vorhergehend mit Aetznatron eingedampft. Dermit Wasser aufgenommene, filtrirte und mit Salzsäure übersättigte Verdampfungs-rückstand wird mit etwas Chlorwasser versetzt und mit Aether ausgeschüttelt.

Arsen. Dieselbe Flüssigkeit, wie sie für die vorstehende Untersuchunghergestellt ist, wird im MARSH 'schen Apparat geprüft.

Quecksilber. 1) Man versetzt 1000 CC. Harn mit 100 CC. Chlor-wasser und dampft bei 60 80° C. ein, bis der Chlorgeruch verschwundenist. Dann giebt man 10,0 Natriumchlorid, 10,0 Natronacetat und 10,0 Essig-säure dazu und verfährt wie vom HAGEß 'schen Reagens unter Saccharumangegeben ist. Nach einstündiger Kochung lässt man erkalten, sammelt denBodensatz (Mercuroclilorid), wäscht ihn mit 2,5proc. Salzsäure etc.