1078 Strychnos. — Ignatia.
Ein mechanisches Mittel gegen dieselbe Krankheit giebt Blatz in Böhrt)®^(Baden). Es besteht aus einem um die Harnröhre zu legenden Binge von Gut «perclia, der mittelst einer hin- und herschiebbaren Metallvorrichtung verengert uerweitert werden kann. 4 Mark.
II. Strychnos lgnatii Berg, Ignatia amara Linn . fil., eine auf " eDPhilippinen einheimische kletternde strauchartige Strychnacee.
i' Semen lgnatii, Faha lgnatii, Faba febrifuga, Semen Ignatiae, Se®'*Stryelini lgnatii, Ignatinsboline, Ignazboline, der reife trockne Samen. Die kürbi-'ähnliche, circa 12 Ctm. im Durchmesser haltende, mit bitterem Marke gefü" uFrucht ist vielsamig. Die Samen sind verschieden gestaltet, im Ganz el j,ovo'idisch, bis zu 2,5 Ctm. lang, 1,5 bis 2 Ctm. breit, etwas platt, a "der einen Seite erhaben, auf der anderen unregelmässig stumpf 3-*kantig, mattbraun, feinrunzlig, kahl oder stellenweise mit hellbraune"Härchen bedeckt. Innen sind sie grünbräunlich, hornartig, etwas durc 1scheinend, so hart wie die Brechnüsse. Der Geruch ist gering, aber uu aUgenehm, der Geschmack anhaltend stark bitter.
Bestandtheile. Diese sind dieselben wie bei den Strychnossamen, nur »
der Strychningehalt ein doppelt so grosser, der Brucingehalt und Fettg eein geringerer. Der Strychningehalt erreicht 1,5 Proc. Sie enthalten f elDStärkemehl, etwas aromatisches Harz, Spuren Gerbsäure.
Aufbewahrung und Pulverung. Hier ist dasselbe zu sagen, wie von ^Strychnossamen. Die Ignatiusbohnen werden nur als feines Pulver gebraucdie Tinctur aus einem gröblichen Pulver bereitet. Sie kommen höchst seiin den Gebrauch.
Anwendung. Diese erfordert dieselbe Vorsicht wie die der ßtrychnossan^zumalen die Ignatiusbohnen an Alkaloidgehalt und Wirkung jene um 'Doppelte überragen. Die Gaben sind daher halb so gross als von dem Strynossamen, also 0,025—0,04—0,05. Die stärkste Einzelngabe ist zu 0,06,stärkste Gesammtgabe auf den Tag zu 0,2 anzunehmen.
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Tinctura Seminis lgnatii wird durch Digestion aus 1 Th. gröbl'^gepulvertem Ignatiussamen mit 10 Th. verdünntem Weing edargestellt und in der Reihe der starkwirkenden Arzneikörper aufbewahrt.Man giebt die Tinctur zu 0,1—0,2 — 0,3 (3 — 6 —10 Tropfen).
stärkste Einzelngabe ist zu 0,6 (14—15 Tropfen), die stärkste Gesammtgaut den Tag zu 2,0 (45 Tropfen) anzunehmen.
Das Handbuch der Arzneiverordnungslehre von Waldenburg und Si^*läset die Tinctur aus 5 Th. Samen und 12 Th. Weingeist und 12 Th. Was®®'bereiten, obgleich hier das Verhältniss der Tinctura Strychnii nahe liegt-ist übrigens rationell, giftige Tincturen stets in einem decimalen Verhältnisherzustellen, damit dem Arzte die Dosirung leicht gemacht ist.
t ! 'natura Seminis lgnatii acida wird durch ötägige Maceration :lU50,0 grobgepulvertem Samen, 500,0 verdünntem Weingeist und 3,0 conc eI ^trirter Schwefelsäure bereitet. Aufbewahrung und Gabe wie von der voi'l )Clgehenden Tinctur.