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2 (1878)
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161
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Hydrogenium hyperoxydatum.

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Wasser, 10,0 verdünnter Salzsäure und 10,0 verdünnter Schwefel-säure (theils um etwa gelösten Baryt zu fällen, theils den Bestand desgelösten Wasserstoffhyperoxyds zu sichern). Man lässt wiederum absetzen, filtrirtdurch Glaswolle und bewahrt das Filtrat in ganz gefüllten Flaschen von circa50 CC. Rauminhalt mit Glasstopfen an einem dunklen kühlen Orte auf.

Das Präparat kann auch aus chemischen Fabriken (wie der chemischenFabrik auf Actien, vormals Schering in Berlin) bezogen werden.

Eigenschaften. Die wässrige Wasserstoffhyperoxydlösung ist eine klareWasserhelle, säuerlich und eigenthümlich herb schmeckende, fast geruchloseFlüssigkeit, welche Lackmuspapier erst röthet, dann aber langsam bleicht, undan einem hineingestellten Platindraht Luftbläschen entwickelt.

Prüfung. 20 CC. der Wasserstoffhyperoxydlösung und circa 4 CC. Aethergiebt man in ein Reagirglas, setzt 5 Tropfen Kalibichromatlösung dazu undSchüttelt kräftig. Die in der Ruhe sich abscheidende Aetherschicht muss blauerscheinen. Oder man schüttelt 0,5 Bleioxyd mit 20 CC. der Wasserstoff-hyperoxydlösung. Es muss in braunes Hyperoxyd verwandelt werden.

Ein empfindliches Reagens auf Spuren Wasserstoffhyperoxyd ist, demWasser einige Tropfen Cadmiumjodid enthaltende Stärkelösung und alsdannein kleines Krystallfragment Eisenvitriol zuzusetzen. Es erfolgt bei GegenwartVon Wasserstoffhyperoxyd eine blaue Färbung ( Schoenbein ). Vergl. auchUnter Oxygenium.

Aufbewahrung. Diese geschieht an einem dunklen Orte im Keller. Solange das Präparat die vorstehenden Reactionen liefert, kann es als brauchbarerachtet werden.

Anwendung. Wasserstoffhyperoxyd ist von Richardson gegen torpideDyspepsie empfohlen worden (soviel wie 1 2 Tbeelöffel mit einer halbenTasse Wasser einige Male des Tages*), wird von den Zahnärzten auch zumBleichen missfarbiger Zähne und von der Demimonde zum Blondmachen dunklerHaare gebraucht. Wegen seiner oxydirenden Wirkung auf Bleisulfid benutztfnan sie zur Restauration dunkelgewordener Oelgemälde.

(folden Hair Wash, Auricoinus, auch

Eau fontaine (1c jouvenee golden. Unter diesen Namen kamen Flüssig-keiten in den Handel, welche aus verdünnter Wasserstoffhyperoxydlösung be-standen und von der Demimonde zum Blond- oder Gelbrothfärben der Kopf-haare gebraucht wurden.

Ozonäther ( Richardson ) ist eine Lösung des Wasserstoffhyperoxyds inAether. Die in obiger Vorschrift bis zum geringen Ueberschuss mit Baryum-Vperoxydhydrat versetzte verdünnte Schwefelsäure wird nach einstündigemBeiseitestellen mit einem gleichen Volum Aether kräftig durchschüttelt und dieAetherschicht decanthirt. Durch Bespritzen des Fussbodens der Kranken-simmer mit dem Ozonäther soll man die Luft reinigen und desinficiren.

*) Der Versuch hat ergeben, dass man mit verdünntem Chlorwasser oder einertark verdünnten Salzsäure (1 auf 100 Wasser) dieselbe antidyspetische Wirkungerlangen kann. Der Verf.

Hager, Pharmac. Praxis. II. 11