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2 (1878)
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87
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Hippocastanum.

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Hippocastanum.

Aesculus Hippocastanum Linn ., Rosskastanie, ein in Asien einheimischer,bei uns eingebürgerter Baum aus der Familie der Hippocastaneen.

I- l'ortex Hippocastani, Rosskastanienrinde , die im März vor der Ent-^'ickelung der Blätter gesammelte und getrocknete Rinde der nicht zu jungen1111 ( 1 zu alten Aeste. Die Rinde der jüngeren Aeste ist, wie sie im Handelv< Jrkommt, gerollt, leicht, zähe, 1 2 Mm. dick, auf der oberen Fläche grau,J der röthlich graubraun, hier und da mit kleinen Warzen besetzt, auf derUnteren Fläche gelblicliweiss oder blassbräunlich und glatt. Getrocknet ist siedem Bruche fleischfarben. Die Rinde älterer Aeste ist flach, aussen grau-braun , ohne die halbkreisförmigen Blattstielnarben, welche bei der Rinde derJüngeren Aeste nicht fehlen, hier und da mit weissen Flechten besetzt. Die^ruchfläche der getrockneten Rinde ist fleischfarben. Der Geschmack ist bitterllfl d adstringirend, ein Geruch kaum merklich. Die Abkochung ist gelbbraunlln d schillert mit Wasser verdünnt von oben gesehen bläulich.

Der Querschnitt zeigt bei mehrfacher Vergrösserung eine dunkelbraune^Tkschieht, welche sich leicht von der Mittelrinde ablöst. Das Parenchym( ' er Mittelrinde ist von einem Kreise^einzellen, das Parenchym der Innen-r 'Dde von Schichten Bastbiindel durch-setzt und von wellig gebrochenen Mark-Bahlen durchzogen.

Bestandteile. Pelletier und Ca-Jüjjtou fanden in der Rinde grünes^ttes Oel, einen rothbraunen harzigen^°ff, rothen und gelben Farbstoff,kisen grünfällenden und Brechweinstein*J' c ht fällenden Gerbstoff, Gummi, eine| r(; ie Säure, deren Magnesiasalz inNasser schwerlöslich, in Weingeistül) löslich ist.

Raab fand ferner als einen Bestandtheil das Aesculin, Aesculinsäure,^hillerstoff, Polychrom, C 30 H 34 O 19 . Dieses Glykosid bildet aus ätherhaltigemWeingeist krystallisirt, farblose Nadeln (mit 2H,0). Es ist ohne Geruch, von^hwach bitterem Geschmack, löslich in Wasser und Weingeist, kaum in abso-lutem Aether, leichtlöslich in wässrigen Säuren und alkalischen Flüssigkeiten.^' e Lösung reagirt schwach sauer. Die wässrige Lösung fluorescirt bläulich,^lbst bei millionfacher Verdünnung. Die alkalischen Lösungen sind gelb,® u oresciren aber stärker blau. Durch Fermente, beim Erhitzen bis zur Zer-Betzung^ beim Erhitzen mit verdünnten Mineralsäuren wird es in Glykose und^ e sculetin umgesetzt. S. auch unter Gelsemium, Bd. II, S. 19.

Dem Aesculin hat man antiseptische Wirkung zugeschrieben, es aucha ' s Chininsurrogat versucht. Gabe 0,51,01,5.

Fig. 3P>. Cort. Hippocastani. p Aussenrinde, m Mit-telrinde, i Innenrinde, st Steinzellen.lOfache Vergr.

Einsammlung. Aufbewahrung. Die Rosskastanienrinde wird im Monatj'-arz gesammelt, zerschnitten und getrocknet. Da sie sich schwer pulvernso ist sie zuvor scharf auszutrocknen. Das feine Pulver wird nichtehr gebraucht.