Druckschrift 
2 (1878)
Entstehung
Seite
71
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Haematoyxlon. 71

der Mitte der frisch gespaltenen Blauholzscheite oder Blöcke werden mittelstei .nes Hobels oder Meisseis Spänchen entnommen (das Holz darf also nochDicht durch den Einfluss der Luft die Farbe verändert haben), in einer Flasche®'t 4öprocentigem, höchst reinem Weingeist Übergossen, und nach dichtem Ver-schluss der Flasche 24 Stunden an einen lauwarmen Ort gestellt. Hat dielinctur noch nicht die genügend gesättigte Färbung, so giesst man sie aufe ' ne neue Portion Späne. Man filtrirt die Tinctur durch Glaswolle und ver-meidet dabei den Zutritt ammoniakalischer Luft. Die Tinctur wird in kleinenganz gefüllten Glasflaschen mit Glasstopfen aufbewahrt.

P Die in dieser Weise bereitete Campecheholztinctur ist das empfindlichste«eageng auf freies Alkali und freie alkalische Erden. In einigen Tropfen denosungen dieser alkalischen Substanzen zugesetzt, färbt sie dieselben je nachei11 Gehalt rosaroth, violett, blau. Wasser mit Vsooooo Ammon wird nocheutlich rosaroth gefärbt. Sie ist daher ein brauchbarer Indicator bei der, Cl dinaetrie. Mit vielen Metallsalzen giebt sie dunkelfarbige, violette oderla uschwarze Reactionen, besonders auf Eisen und Kupfer. Bei Spuren dieser* etalle, welche von den gewöhnlichen Reagentien nicht mehr angezeigt werden,Mebt di e Campecheholztinctur blauviolette oder blaue Färbungen.

jj. "Charta haematoxylinata, Haematoxylinpapier, ein Reagenspapier. Schwe-' Sc hes Filtrirpapier wird mit Campecheholztinctur getränkt und in ammon-®>er Luft getrocknet. Es ist ein gelbes Papier, welches in dicht geschlossenen^ssen vor ammoniakalischer Luft geschützt aufbewahrt wird. Es dientUr Erkennung des Amnions in der Luft, indem es dadurch rosa gefärbt wird.

Blauholztinten. Zu solchen giebt es mehrere Vorschriften. Es sindj. Ir billige Tinten, haben aber das Unangenehme, dass die damit geschrie-nen Schriftzeichen nach dem Trocknen etwas blasser erscheinen und dassjj® Tinten häufig gallertartig gestehen. Durch Erhitzen können sie wieder2 gemacht werden. Bei denjenigen Tinten, welche keinen alkalischen^ sa tz haben, pflegt man das Gelatiniren durch Zusatz von Holzessig odera tronwolframat zurückzuhalten. Die alkalischen Tinten gelatiniren seltner.

Holzbeizen. Die Blauholzabkochungen geben mit wenig Salzsäure, Phos-'"'säure, Baryumchlorid versetzt verschieden nuancirte Flüssigkeiten, welche1,1 Beizen weisser Hölzer angewendet werden. Eine Mahagonifarbe erhältan durch Zusatz von Baryumchlorid (C. Pusgher ). Eine schwarze Beizeeic ht man durch Kupfersalz und Kalichromat.

i "«Pptinten, wie sie zum Färben der sogenannten Noppen in Tuchge-Sj ( .i Cn gebraucht werden, haben meist Blauholz zur Basis. Man setzt deram Wa< '^ weingeistigen Blauholzabkochung kleine Mengen Kupfersalz und Aetz-Vp ?° n > ot ' er Chromate und Indigo -Carmin etc. zu, Eine vor einigen Jahren^t, 0 . entlichte Vorschrift lautet: 1 Liter destillirtes Wasser, 1 Liter 80 proc.ni ^00 Grm. grob gestossene Galläpfel, 400 Grm. fein geraspeltes, noch

jj. durch zu langes Lagern gedunkeltes Blauholz werden 8 Tage digerirt,V au f d' e Flüssigkeit abfiltrirt, und der Rückstand mit 1 / 2 Liter destillirtenZe J! Sers nachgewaschen. Im Nachlauf löst man 100 Grm. reinen Eisenvitriol,. Ie ''t darin 30 Grm. Indigocarmin bester Qualität und schüttet hierauf3n n Lösungen zusammen. In den vereinigten Flüssigkeiten werden noch" r ni. Salmiak aufgelöst.