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Nur in West» und Südeuropa, erreicht im Gebiet die Nord« und Ostgrenze. In Deutschlandfast im ganzen Rheingebiet vom westlichen Bodenseegebiet (im Hegau) bis in die südliche Rheinprovinz(besonders verbreitet, wenn auch nicht häufig, in den Vogesen), in Hessen (Wetterau, Meisenheim), Württem«berg (anscheinend ziemlich verbreitet, im Schwarzwald nur bei Reinerzau und Schramberg, im Oberland nurbei Isny und im Hegau) und Südbayern (nordwestliche Umgebung von München, Lenggries, Rosenheim, beiRegensburg und Regenstauf). — Scheint in Oesterreich ganz zu fehlen (Traunalluvionen in Oberösterreich?).— In der Schweiz nur im Westen vom Genfersee bis in den Neuenburger Jura (am Suchet bis gegen1200 m steigend, die Angaben aus dem Berner Jura beziehen sich durchwegs auf P. montana subsp. mollis) unddurch die Waadtländer Alpen bis ins Wallis (bis zum Col du Jorat und den Alpen von Outre.Rhöne undFully, wo bis 2280 m, angeblich auch auf denen von Sitten und Siders), und durch die Freiburger, Berner undLuzerner Alpen bis zum Vierwaldstättersee, im Tessin nur um den Luganersee und im Mendrisotto, für dieOstschweiz (angeblich Schieitheim im Kanton Schaffhausen) fraglich.
Eine in Westeuropa bis ins Rheingebiet anscheinend weitverbreitete Sippe mit breiten, eiförmigen Laub»blättern und oberwärts kahler Kronröhre ist var. o valifölia Caruel et St. Lager (= P. tuberosa var. oblönga Grogn.).
Ziemlich sicher hybridogen sind die Sippen mit gefleckten Laubblättern, wie P. longifölia Bastard(= P. saccharäta Miller p. p. nach Rouy) in Frankreich (bis Lothringen), Belgien und Holland (Fig. 3l50e und h)und einige andere aus Frankreich beschriebene Sippen, denen sich in den Ostalpen folgende anreiht i
P. Kerneri') Wettstein (als Art). Stengel bis 4 dm hoch, mit abstehenden Borstenhaaren und dieseoberwärts überragenden Drüsenhaaren besetzt. Laubblätter ungefleckt oder häufiger weissfleckig, beider«seits anliegend steif borstig, drüsenlos, die grundständigen sehr lang (bis 5 dm), sehr allmählich in den Blatt«stiel verschmälert, die stengelständigen eiförmig»lanzettlich. Krone nach der Entfaltung blauviolett.
Nur in Niederösterreich (in den Voralpen bei Lassing und Lunz) und Steiermark (Waldwiesen umPalfau, am Tamischbachturm, Spitzenbach bei St. Gallen). Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser vonWettstein in den Verhandl. der zool.«botan. Gesellschaft Wien 1888 (Abh. 559. Bd. XIII) als Art beschriebenenPflanze doch nur um einen Abkömmling einer Kreuzung der subsp. azurea mit den folgenden Arten.
Pulmonaria angustifolia ist somit eine in ihrer Verbreitung und Variabilität noch recht ungenügendbekannte Art. Die Merkmale des Kelches, der Krone und der Frucht (kahl oder behaart) scheinen keinesichere Unterscheidung zu gestatten, sodass zur Abgrenzung der einzelnen Rassen untereinander und gegen»über den anderen Arten hauptsächlich auf die Gestalt und Behaarung der Laubblätter, namentlich der erstzur Fruchtzeit gebildeten Rosettenblätter abgestellt werden muss. Die Art ist durch ihre ausserordentlicheAnpassungsfähigkeit an Klima und Boden bemerkenswert, die ihre lückenhafte Verbreitung um so merkwürdigererscheinen lassen. Sie wächst ebensogut in Eichen» und Ostrya-Beständen auf Kalk und in Kastanienhainenauf kalkarmem Boden in Insubrien und in böhmischen Eichenwäldern (z. B. mit Melittis und Pleurospermum), wiein Magerwiesen des Flachlands (z. B. in Kiefernhamen auf Sand in Preussen und in den Sudetenländern undin den Brachypodium pinnatum» und Bromus erectus.Wiesen auf dem Niederterrassenschotter der MünchenerEbene) und der Gebirge, in den Alpen sowohl in den verschiedenartigsten Mager« und Fettwiesen (z. B. imUnterwallis in Trisetumwiesen mit Bulbocodium vernum) auf Kalk und kristallinem Gestein und besonders inden verschiedenartigsten Zwergstrauchheiden (Juniperus montana, Arctostaphylos Uva ursi, Erica carnea,Rhododendron usw.), sowohl auf offenem Gelände wie namentlich auch in lichten Nadelwäldern (besondersFöhren« und Lärchenwäldern). In den eigentlichen Trockengebieten scheint sie feuchtere Standorte, in feuchtenGegenden und im ganzen Ostseegebiet dagegen trockene und warme zu bevorzugen. So wächst sie amBraheufer in Westpreussen mit Carex montana und C. ericetorum, Pulsatilla.Arten, Peucedanum Cervaria undP. Oreoselinum, Veronica spicata usw. Unterschiede in den Standortsansprüchen der Unterarten scheinen nichtzu bestehen. Sowohl die subsp. azurea wie die subsp. tuberosa scheinen geographische Rassen darzustellen,die im Grenzgebiet (z. B. in Mitteldeutschland und in den Südalpen) durch Zwischenformen (Bastarde?) ver«bunden sind. Ihre genetischen Beziehungen sind noch gänzlich unklar. — Die Blüten werden hauptsächlichvon Hummeln bestäubt.
2331. Palmonaria officinälis 2 ) L. (= P. maculosa Hayne et P. obscüra Dum.). EchtesLungenkraut, Hirschmangold, Hirsdikohl, Unserer lieben Frauen Milchkraut, BlaueSchlüsselblume. Franz.: Pulmonaire, herbe aux poumons, herbe au lait de Notre=Dame, herbe 3
*) Nach Anton K e r n e r von Marilaun, dem Monographen der Gattung und Schwiegervater des Autors.
2 ) „Pulmonaria maculosa" bei L'Obel, „P. vulgaris I. foliis maculatis" und „P. II. non maculosa" beiClusius, „P. altera" beiMattioli, „P. herba flore coeruleo punicante" bei Thal, „P. latifolia" und „Sym«
phytum maculosum" bei C. Bauhin, „P. Italorum" bei J. Bauhin usw. Vielleicht die „Lungwurz" derHeiligen Hildegard und die „klein Walwurtz" Bocks.