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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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in 5 eiförmig=lanzettliche Zipfel gespalten, postfloral wenig bis stark vergrössert. Krone meistanfangs rosa (selten gelb) und dann blau, seltener bleibend rosa- oder weiss, mit meist kurzer,selten den Kelch deutlich überragender Röhre, meist gelben, ausgerandeten (selten ganzrandigenoder [nur bei der neuseeländischen M. spathuldta Forst.] fehlenden) Schlundschuppen und flachemoder trichterförmigem Saum aus 5 rundlichen, in der Knospenlage rechts gedrehten Zipfeln. Staub=blätter klein, meist in der Kronröhre eingeschlossen, selten vorragend. Pollenkörner sehr klein(2 a /2 bis 3 1 /ä Mikron), hanteiförmig. Griffel fädlich, mit kleiner, zuweilen kurz zweilappigerNarbe. Nüsschen eiförmig oder etwas abgeflacht, aufrecht sitzend, glatt und hart, mit kleiner,nur bei wenigen Arten von einem Oelkörper (Pseudostrophiole, Elaiosom) eingenommener,nie von einem Ring umgebener Ansatzfläche.

Die bis zu Dillen und Linn6 mit Heliotropium, Lappula und Lithospermum vereinigt gebliebene,noch von Morison und Ha 11 er als Scorpiurus bezeichnete Gattung umfasst etwa 30 Arten, die grösstenteilsim gemässigten Eurasien und Nordamerika, zum kleineren Teil in Südafrika, Neuseeland und Australien ver»breitet sind. Die Mehrzahl aller Arten enthält die Sektion Eumy osötis DC. mit kleinen, meist ausgerandeten,die Staubblätter (ausser bei M. variabilis) überragenden Schlundsdiuppen und anhängsellosen Nüsschen, dieentweder einzeln durch Wasser (M. scorpioides s, lat.) oder mitsamt dem abstehend behaarten Fruchtkelchepizoisch verbreitet werden. Als Zierpflanzen werden aus dieser Sektion ausser M. scorpioides und besondersM. silvatica.Formen noch kultiviert: M. Azörica H. C. Watson von den Azoren. Stark verzweigte Staude mitgrossen, meist dunkelblauen, seltener hellblauen (f. coelestina hört.) oder weissen Kronen. Im Gebiet nichtwinterhart, daher trotz ihrer Mehrjährigkeit meist nur 1» oder 2.jährig kultiviert. — M. Olympica Boiss.{= M. näna Sm. p. p. non Vill.) aus den Gebirgen Kleinasiens. Rasenbildend, von den Gebirgsformen derM. silvatica hauptsächlich durch die stärker abstehenden, auf grossen Knötchen sitzenden Haare und dieschmäleren, längeren Nüsschen verschieden. — Von den 4 andern Sektionen ist im Gebiet nur Strophiöstoma(Turcz.) Endlicher, bei welcher die Nüsschen eine als Oelkörper funktionierende Pseudostrophiole (Caruncula,Elaiosom) tragen, durch M. sparsiflora vertreten. Die von dieser durch Mehrjährigkeit und lange, unbeblätterteWickel verschiedene M. amcena (Ruprecht) Boiss. (non Schott, = Strophiostoma amoenum Ruprecht) aus demKaukasus wird als Zierstaude gezogen. — Seltener ist dies auch bei einigen Arten aus der durch weit vor»ragende Staubblätter ausgezeichneten und auf Australien und Neuseeland beschränkten Sektion ExarrhtJna DC.(z.B. M. staminea Lehmann aus Australien) der Fall.

Eumyosotis und Strophiostoma sind durch ihre Veibreitungsweise scharf geschieden. Bei den meistenEumyosotis« Arten dient der abstehend behaarte Fruchtkelch als Verbreitungseinheit. Die Verbreitung erfolgthauptsächlich epizoisch, seltener endozoisch oder durch den Wind. Nur bei M. scorpioides (inkl. M. caespitosa)fallen die Nüsschen regelmässig einzeln aus und werden durch Wasser verbreitet. Die Strophiostoma»Artensind dagegen typische Myrmekochoren. — In den wenig hoch entwickelten Blüten vieler Arten tritt ähnlichwie bei Cynoglossum und Pulmonaria ein Farbenumschlag ein, indem der Blütenfarbstoff ähnlich wie Lademuszuerst durch sauren Zellsaft gerötet, später durch alkalischen gebläut wird. Nicht selten bleibt er jedoch rosa,in einzelnen Individuen auch weiss. Die meist homogamen und namentlich bei den kleinblütigen Arten auchoft autogamen Blüten werden von zahlreichen Dipteren, Hymenopteren und Lepidopteren bestäubt. Beieinzelnen Arten wird Fremdbestäubung durch Gynodioezie begünstigt (vgl. F r i t s c h, K. Ueber Gynodiceciebei Myosotis. Berichte der deutsch, botan. Ges. Bd. XVIII, 1901). Ueber die Embryobildung vgl. die pag. 2127genannte Arbeit von S o u e g e s. — Eine vollständige Monographie der infolge der vielen bisher ungenügendunterschiedenen Bastarde recht kritischen Gattung liegt noch nicht vor; Vorarbeiten dazu hat A. B6guinotgeliefert (Material! per una monografia del genere Myosotis. Annali di Botanica. Bd. I, Rom 1904).

1. Kelch angedrückt behaart, zur Fruchtzeit kürzer als der Blütenstiel, offen bleibend, ^ bis zurMitte geteilt (wenn viel tiefer, vgl. M. Azorica oben). Krone meist ansehnlich, mit flachem Saum. Zwei» bismehrjährige, meist schwach behaarte Pflanzen feuchter Standorte M. s c or pioides nr. 2308.

1*. Kelch abstehend behaart (zuweilen undeutlich, aber dann entweder postfloral geschlossen bleibendoder sich sehr stark vergrössernd) 2.

2. Mehrjährige Gebirgspflanzen (im Tiefland in Wäldern oder als verwilderte Zierpflanzen). Wickelunbeblättert. Fruchtstiele mindestens so lang wie die Kelche. Krone mit flachem, i 4 bis 8 mm breitem,meist lebhaft gefärbtem Saum. Nüsschen ohne Anhängsel (wenn mit solchem, siehe M. amoena oben) M. silvatica nr. 2309.

1". Ein» bis 2«jährige, meist entschieden wärmeliebende Arten. Krone mit unter 4 mm breitem,trichterförmigem, blassblauem Saum 3.