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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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Cynoglossin vorhanden, das kurareähnliche Wirkungen haben soll, ferner das ebenfalls als Nervengift wirkendeAlkaloid Consolicin, das Glykosid Consolidin, Cholin usw.

2304. Cynoglossum Creticum L ) Miller (= C. pictum Aiton, = C. cheirifölium Jacquin non L.,= C. amplexicaüle Lam., = C. Apenninum Gouan non L.). Bunte Hundszunge.

Fig. 3111.

Ein= oder 2=jährig, in allen Teilen kleiner als die vorige Art. Wurzel oft stärkerästig, meist mehrere, i 1 bis 5 dm hohe Stengel treibend. Behaarung etwas dichter und

feiner als bei C. officinale, in der Jugend fastseidig schimmernd, später rauh. Laubblätterschmal lanzettlich bis spatelig, i V 2 bis 1 (dieRosettenblätter bis über l^ä) dm lang und1 bis 3 ( 1 /ä bis 4) cm breit, oft ohne deutlicheSeitennerven, meist beiderseitig gleichmässigbehaart. Blütenstände wie bei der vorigen Art,doch meist weniger reichblütig. Blütenstielepostfloral nur bogig abstehend, nicht nickend.Kelchzipfel 3 bis 4, postfloral 5 bis 7 mm lang.Krone den Kelch deutlich überragend, 5 bis8 mm breit, anfangs hellrosa, dann blass blaulilaund dunkler blau geädert, mit dunkel blut=roten Schlundschuppen. Nüsschen ähnlich denenvon C. Germanicum, i 5 mm gross, gleichmässiggewölbt, ohne verdickten Rand, dicht undgleichmässig bestadielt, hellbraun. — V, VI.

An ähnlichen Orten wie die vorigeArt, diese im Mittelmeergebiet vertretend. Nurin der collinen Stufe (in Südtirol bis zirka550 m aufsteigend).

Im Ostalpengebiet einzig im Adriatisdien Küsten,land und im südlichsten Tirol (vielfach um den Gardaseeund im Trentino), daselbst viel häufiger als C. officinaleund in starker Ausbreitung begriffen, ebenso auch inUngarn (z. B. bei Fünfkirchen). — In der Schweizadventiv im Mendrisiotto bei Castello S. Pietro, schonlänger am benachbarten Comersee und im Veltlin. —In Deutschland seit zirka 1600 in einzelnen Gärtenkultiviert; adventiv in den Häfen von Mannheim 1907und von Strassburg 1909.

Allgemeine Verbreitung: Im ganzen Mittelmeergebiet von Palästina und Trans*kaukasien bis zu den Atlasländern, Portugal und Kanaren, nördlich bis Oberitalien, Friaul,Istrien und Quarnero. Eingeschleppt auch in Südamerika (Chile).

In Südtirol scheint diese rein mediterrane Art noch um 1800 gefehlt zu haben. Um 1820 wurde siezuerst von Cristofori gesammelt, und nach 1830 war sie stellenweise bereits häufiger als C. officinale.Sie ist daher auch noch in der unteren Steiermark, in Krain usw. zu erwarten.

Der Bastard C. Germanicum X C. officinale (= C. Modor^nse Rechinger) ist von Rechingerbei Modore in den Kleinen Karpaten gefunden worden (Allg. Bot. Zeitschr. 1913 pag, 113 und 1914 pag. 22),

Fig. 3111. Cynoglossum Creticum Miller, a JungePflanze, b Fruchtstand. c Kelch, d Früchtchen mit Kelch.e Mittelsäule mit einer sich loslösenden Teilfrucht. / Wider-haken von der Frucht.

*) Die von Clusius als Cynoglossum Creticum aus Kreta beschriebene und um 1600 in verschiedenendeutschen Gärten kultivierte Art ist vielleicht eher C. cheirifölium L. Zu Eichstätt wurde C. Creticumals C. Narbonense gezogen.