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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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12*. Stengel nicht so beschaffen. Blüten meist in arm» bis vielblüligen Wickeln. Kelch postfloralwenig oder nicht vergrössert, mit 5 regelmässigen, ganzrandigen Zipfeln 13.

13. Nüsschen ohne widerhakige Stacheln. Blüten sehr ähnlich wie bei Myosotis 14.

13°. Nüsschen mit widerhakigen Stacheln besetzt. Blüten in sparrig abstehenden, am Grunde beblät«

terten Wickeln 15.

14. Laubblätter schwach behaart bis kahl, mit kräftigem Mittelnerven, mit oder ohne Seitennerven.Nüsschen mit schüsseiförmig aufgekrümmtem Rand. Ein» bis 2=jährige Kräuter und Rhizomstauden ... O mpha 1 o des DCXI.

14*. Laubblätter dicht wollig behaart, ohne deutliche Nerven. Nüsschen mit gezähnten oder ganzenFlügeln. Polsterpflanze (wenn l.jährig und mit gegenständigen Laubblättern, vgl. Allocarya pag. 2127) Eritrichium DCVIII.

15. Laubblätter und Blüten denen von Myosotis sehr ähnlich. Nüsschen tetraedrisch, sitzend, meistnur auf den Kanten bedornt Lappula DCX.

15*. Laubblätter oft deutlich fieder» oder netznervig. Krone meist braunrot, selten blau (wenn mitverlängerter Röhre, vgl. Lindelofia). Nüsschen gewölbt, mit an der Spitze liegender Ansatzfläche, daher ±hängend (wenn breit geflügelt, vgl. Paracaryum bei DCXIII) Cynoglossum DCXII.

16. Wickel armblütig. Krone klein, hellblau, mit geknieter Röhre und regelmässigem Saum. Schlund»schuppen vorhanden, die Staubblätter verdeckend. Griffel ungeteilt Lycopsis DCXIX.

16*. Wickel reichblütig. Krone meist gross, mit gerader Röhre und schiefem Saum, ohne Schlund»schuppen. Staubblätter vorragend. Griffel 2»spaltig (wenn ungeteilt, vgl. Lobostemon). Echium DCXVII.

DCVII. Heliotröpium 1 ) L. Sonnenwende, Heliotrop. Franz.: Heliotrope;

ital.: Porraja.

Sträucher, Halbsträucher und Kräuter mit meist wechselständigen Laubblättern. Blütenklein, in arm= bis vielblütigen, einfachen, gegabelten oder doldentraubig zusammengesetztenWickeln, meist ohne Hochblätter. Kelch i tief in 5 Zipfel geteilt. Krone meist weiss oderviolett, mit kurzer Röhre, ohne Schlundschuppen und mit 5 gleichen, in der Knospe meist gefaltetenZipfeln. Staubblätter 5, mit sehr kurzen Filamenten und länglichen Antheren. Fruchtknotenmeist 4=fächerig, mit Drüsenring unter dem sehr verschiedenartig geformten, endständigenGriffel. Frudit meist in 4 trockene Nüsschen zerfallend.

Die Gattung ist mit etwa 220 Arten über die Subtropen und Tropen und in der südlichen gemässigtenZone beider Hemisphären verbreitet, in Europa nur im Mittelmeergebiet. Mitteleuropa erreicht nur 1 Art undauch nur als Archaeophyt. Diese und alle übrigen kultivierten und adventiven Arten gehören zur SektionEu»Heliotröpium DC. Eine Ausnahme bildet nur H. supinum L. aus der Sektion Piptoclaina(G. Don) Endl., ein niederliegendes, 1 »jähriges Kraut, das an feuchten Orten im südlichen Mittelmeergebiet(nördlich bis Südspanien, Südfrankreich, Sizilien, Griechenland, Dalmatien, Banat) und bis Senegambien,Abessynien und Vorderindien verbreitet und vereinzelt auch schon im Rheingebiet eingeschleppt beobachtetworden ist (Mannheim 1S99, Solothurn 1906, Zürich 1911). Die Art war ähnlich wie bei H. Europaeum alsH6rba Heliotröpii minöris" offizineil, im alten Griechenland z. B. als Bandwurmmittel. Aus der Verwandt»scbaft des H. Europaeum wird selten als Zierpflanze kultiviert und auch adventiv beobachtet; H. BoccöneiGussone (= H. Europaeum L. var. suaveolens Fiori et Paol.) aus Kalabrien und Sizilien, vielleicht auch Griechen»land und Vorderasien (adventiv im Güterbahnhof Zürich, 1917). Vielleicht damit identisch ist H. suavdolensBieb. (= H. Europaeum L. var. suaveolens Bieb., = H. odörum Steven) aus Griechenland, Mazedonien, Klein«asien und den Kaukasusländern bis Persien (adventiv im Hafen von Mannheim 1899), das sich durch einekurz»kugelförmige statt lang.pfriemliche Narbe unterscheiden soll. Nach Thellung ist dieses Merkmal jedochkaum stichhaltig und beruht vielleicht nur auf Heterostylie. H. Curassävicum L. ist eine in Nord» und

') Griech. v'kioxouniov [heliotröpion], von [heliosj und tqbtisiv [trepein] = wenden; nach Di o s»

kurides deshalb, weil die Pflanze ihre Blätter nach der Sonne einstelle. Dieser Autor unterschied bereits2 Arten, eine grosse, an dürren Orten wachsende mit basilikumähnlichen, aber dichter behaarten unddunkleren Blättern und weissen bis rötlichen Blüten (H. Europaeum, H. villosum oder eine verwandte Art) undeine kleine, an feuchten Orten wachsende (H. supinum oder eine Myosotis, von manchen Kräuterbuchverfassernauch als eine Euphorbia gedeutet). Plinius unterschied ein Heliotropium helioscopium, so genannt, weiles sich immer nach dem Sonnenstand drehe, und ein Helioscopium tricoccum (wohl eine Euphorbia).