2023
knotens wird die Narbe durch die nach innen sich zusammenneigenden Filamente hin durchgedrängt und diebeiden breiten Narbenlappen spreizen auseinander. Damit ist die Blüte ins weibliche Stadium übergetreten.Die Nektarien sind gelbgrüne, ovale, erhabene Stellen, die sich auf der Innenseite der Kronröhre — ungefährin der Mitte zwischen dem Grunde derselben und der gewimperten Stelle von je 2 Staubblättern — befinden.Der Honig hängt in dicken Tropfen an diesen Nektarien, ohne in den Blütengrund zu fliessen. Die 4 Kantendes langen Fruchtknotens, der die enge Blütenröhie fast ganz ausfüllt, greifen in die Rinnen der Staubfädenein, wodurch die Röhre an diesen 4 Stellen gegen den Insektenbesuch abgeschlossen wird. Es bleiben dannan den Ecken der kantigen Krone — also an den flachen Seiten des Fruchtknotens — zwischen je zwei benach-barten Staubblätter — für den dünnen Insektenrüssel nur noch 4 enge Röhren frei,die oben von je 2 benachbarten Staubbeuteln flankiert sind und unten direkt auf dieNektarien führen (nach Hei neck).
2257. Gentiana Rostani 1 ) Reuter (= G. Bavärica L. var. Rostani Car. et
St. Lag.). Rostan's Enzian. Fig. 2997.
Ausdauernd, 5 bis 14 cm hoch, kahl, dichtbeblätterte, blütenlose,bis 3 cm hohe Triebe und einfache, 1 =blütige Stengel treibend. Stengeleinfach, aufrecht. Alle Laubblätter fast gleich gross, lineal, stumpf, ab=gerundet, 0,5 bis 2 cm lang ( x /* so breit als lang), am Rande nichttrockenhäutig und meist nicht papillös, die unteren einander genähert;
Stengelblätter etwas kleiner, in 2 bis 4 Paaren. Blüten einzeln, end=ständig. Kelch schmalröhrig=trichterförmig, 1,5 bis 2 cm lang, kaum ge=flügelt, oft violett überlaufen; Kelchzähne X / 3S bis */2 »mal so lang als derganze Kelch (Fig. 2997 b); Buchten der Kelchzähne meistens sehr starkabgerundet. Krone stiel tellerförmig, tiefblau. Fruchtknoten 2 cm lang;
Griffel 0,5 cm lang; Narbenränder unregelmässig gelappt, in ziemlichlange Papillen ausgehend. — VII, VIII.
Selten auf feuchten Wiesen der Alpen. Angeblich in derSchweiz im Wallis (Mattmark im Saastal) und Tessin (Val de Peccia,
Pizzo del Castello 2430 bis 2600 m, Val Bedretto zirka 1600 m, ValCavagnola, Bleniotal, Grexna). Fehlt in Deutschland und in Oester 5reich vollständig.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Westalpen, Piemont.
Diese der G. Bavarica zweifellos am nächsten stehende Pflanze — sie unter»scheidet sich von ihr hauptsächlich durch die verlängerten, schmalen Laubblätter, wird
auch nur als Rasse derselben betrachtet — ist ein ausgesprochen westalpiner Typus, dessen Vorkommenin der Schweiz dringend der Bestätigung bedarf, ebenso die Angabe von Bormio.
2258. Gentiana utriculösa L. (= Hippion utriculosum F. W. Schmidt, = Ericöila utriculosa
Borkh.). Schlauch = Enzian. Taf. 215, Fig. 6 und Fig. 2998.
Einjährig, 8 bis 25 cm hoch, kahl. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht, kantig,vom Grunde an oder erst oberwärts ± ästig und mehrblütig (an kleinen Exemplarenzuweilen unverzweigt und 1= bis wenig=blütig), rötlich angelaufen; nichtblühende Sprossefehlend. Grundständige Laubblätter rosettenartig gehäuft, 6 bis 10 mm lang, verkehrt=eiförmig,stumpf, bald verwelkend; Stengelblätter kleiner, länglich=eiförmig bis spitz=lanzettlich, 3= bis5=nervig, stumpf oder spitz. Blüten kurzgestielt, end= und seitenständig, mittelgross. Kelchlänglich=elliptisch, aufgeblasen, 10 bis 20 mm lang; Kelchröhre an den Kanten breitgeflügelt
') Benannt nach Dr. med. Pierre Edouard Rostan, geb. 1826 in San Germano Chisone bei Pinerolo inden Waldensertälern, gest. 1895; er durchforschte botanisch die Waldenser Täler und veranlasste 1882 die Gründungeiner Soci6t6 Vaudoise de recherches historiques, litteraires et scientifiques (Mitteil, von R. Beyer, Berlin).
Fig. 2997. GentianaRostani Reuter, a Ha-bitus. b Kelch, c Laub-blatt.