2021
18 bis 24 mm breit, mit 15 bis 20 mm langer Röhre und mit elliptischen, stumpfen oderspitzen Kronzipfeln. Griffel ungeteilt, sehr dünn, 5 bis 7 mm lang; Narbenlappen unregel»massig gelappt, mit Papillen versehen. Fruchtknoten 1 1 ls bis 2 cm lang. Samen unge=flügelt. — VII, VIII.
Stellenweise auf grasigen, steinigen Stellen und Weiden der südlichen und südöstlichenAlpen, von zirka 1900 bis 2700 m. Mit Vorliebe auf Kalkboden.
Fehlt in Deutschland. — In Oesterreich in Tirol (im östlichen und südlichen Gebiet: Peitler.kofel, Durnholz, Prags, Ampezzo, Dolomiten, Geisslerspitzen, Fassa, Campobruno, Cima Tosa), in Kärnten{Kalkalpen des Lesach», des oberen Gail» und oberen Drautales, Heiligenbluter Tauern, Polinig bei Mauthen,Ross» und Gartnerkofel, Latsdiur, Dobratsch, Raibl, Obir, Vellacher Kotschna, Oistriza), in Untersteiermark(Sanntaler Alpen, Planjava, Steiner Sattel, Rinka) und in Krain (Steineralpen, Karawanken und [ulisdie Alpen).Fehlt in Salzburg, ebenso in Ober« und Niederösterreich.
— In der Schweiz (in der f. Schleichen), im Wallis(Penninische Alpen) und im Tessin (Pizzo Barone, Bedretto,
Pizzo Molare).
Allgemeine Verbreitung: Süd= undOstalpen (Italienisdie Seealpen, Wallis, Tessin,
Aostatal, südöstliche Kalkalpen).
Aendert ab: f. Schleicher! Vaccari. Pflanzeetwas kräftiger als der Typus. Laubblätter etwas grösserund breiter lanzettlich, 5 bis 8 mm lang und 2,5 bis 8 mmbreit (Schweizer Alpen).
Diese Art scheint ziemlich polymorph zu sein.
Nach Hayek wäre es richtiger, die Pflanze der SüdtirolerDolomiten als G. imbricata Froelich, diejenige der Julischenund Sanntaler Alpen als G. Terglouensis zu bezeichnen,während die etwas abweichende Pflanze der Schweizer undItalienischen Alpen als var. Schleichen benannt wird. Dieerstere unterscheidet sich von der zweiten durch wenigerscharf zugespitzte und etwas breitere Laubblätter, durchlockere Rasen und durch etwas grössere Blüten mit meist stumpferen Zipfeln, während die var. Schleichenin allen Teilen kräftiger ist. Nach L. Vaccari (Bulletin soc. Murithienne Bd. XXXVI, 1909/10) ist dies die=jenige Pflanze, welche Schleicher ursprünglich unter dem Namen G. imbricata verstand, während er späterunter dem gleichen Namen in seinen Exsiccaten die G. Bavarica var. subacaulis Schleicher (= G. rotundi=folia Hoppe apud Koch 1837) ausgab. G. Terglouensis gilt im allgemeinen als kalkstet; dodi dürfte siegelegentlich auch auf Urgestein vorkommen (und zwar nicht allein in den westlichen Teilen des Verbreitungs.gebietes), worauf übrigens bereits Marie Soltokovic hinweist. Im Triglavgebiet erscheint sie nach Der»ganc auf Kalkboden bei 2500 m in Gesellschaft von Eritrichium nanum, Potentilla nitida und CrepisTerglouensis. Als anatomisches Merkmal werden die auffallend der Höhe nach gestreckten Zellen der Epi»dermis der Blattunterseite hervorgehoben, welch' letztere bei allen anderen Arten dieser Gruppe der Längenach gestreckt sind.
2256. Gentiana Bavarica L. (= Ericöila Bavarica Borkh., = Hippion Bavaricum F.W. Schmidt).
Bayerischer Enzian. Taf. 217, Fig. 10a und 10b; Fig. 2996 und 2980 o und p.
Ausdauernd, 4 bis 20 cm hoch, kahl, kleine, grün überwinternde Rasen bildend,dichtbeblätterte, blütenlose, 0,5 bis 2 cm hohe und viele einfache, l=blütige Stengel treibend.Stengel aufstrebend, einfach, kantig. Alle Laubblätter fast gleich gross oder die unteren kleinerund einander dicht genähert (geschindelt), abgerundet, stumpf, spateb oder verkehrt=eiförmig,aber nicht deutlich rosettig, im vorderen Drittel am breitesten, 10 bis 15 mm lang und kaumdoppelt so lang als breit; stengelständige Laubblätter in 3 bis 4 Paaren. Blüten einzeln, end=ständig. Kelch röhrig*trichterförmig, 10 bis 16 mm lang, oft violett überlaufen, sehr schmalgeflügelt (Flügel 1 bis 2 mm breit) bis ungeflügelt; Kelchzähne lanzettlich, spitz, 5 bis 6 mmlang, etwa 2 /3 so lang als die Kelchröhre, ohne häutigen Rand, zuweilen aber mit sehr flachen
Fig. 2995. Gentiana Terglouensis Hacquet. a, b Ha-bitus. c Kelch, d Laubblatt.