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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1990
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1990

(bei Vionnaz im unteren Wallis bis 390 m, zwischen Wallenstadt und Flums 430 m), in den Voralpenseltener (so noch an der Rothen im Zürcher Oberland, 1000 m [hier 1896 von Friedrich und GustavHegi entdeckt] und auf dem Hirschberg bei Gais im Appenzellerland), sehr verbreitet und gesellig im(urazug, gemein im Waadtländer und Neuenburger Jura, doch meist erst über 1000 m, weiter östlich biszur vorderen Schafmatt mehr vereinzelt, nordöstlich bis Bärschwil und Lützel. Fehlt im eigentlichen AargauerJura (unterhalb Auenstein kultiviert) und auf der Lägern j dagegen wieder bei Küssaburg nächst Rheinheim (Baden)und am Randen.

Allgemeine Verbreitung: Gebirge der Pyrenäen=Halbinsel und von Zentral»frankreich (hier fast ausschliesslich auf Gneis und Granit), Alpen (besonders in den West*und Zentralalpen; in den nördlichen Ostalpen östlich bis zum Inn), Französischer, Schweizerund Schwäbischer Jura, Vogesen, Schwarzwald, Karpaten, Siebenbürgen, Istrien, Görz, Triest,Kroatien, Apennin, Korsika, Sardinien, Balkan; Kleinasien (Bithynischer Olymp).

Aendert nur wenig ab: f. symphyändra Murbeck. Staubblätter miteinander innig verklebt.Narbe aufrecht stehend, 4 bis 5 mm lang, nach der Anthese nur an der Spitze herabgebogen und nicht spiraligzurückgerollt. In Kärnten vielleicht die ausschliessliche Form, in Krain nach A. Paulin im nordwestlichenTeil der Julischen Alpen östlich vom Mangart (doch in den südwestlichen Wocheineralpen nur der Typus). —1. erub6scens Harz. Kronzipfel am Rande und insbesondere an den Spitzen tief karminrot. Tracht sonstganz wie der Typus. Oberbayern: Benedikten wand.

Diese stattliche Staude, die im Frühjahr aus einem kohlkopfähnlichen, bläulich schimmernden,dichten Blattschopfbüschel hervorgeht, gehört zu den auffallendsten Erscheinungen der Kalkalpen und desSchweizer Jura, ist aber zufolge unsinnigen Ausgrabens der Wurzeln an vielen Stellen stark zurückgegangen,ja ganz verschwunden, wie an ihrem nördlichsten Standorte in Thüringen, ebenso auf der Hochfläche vomKniebis bis zur Hornisgrinde und bei Wildbad im Schwarzwald, sowie an zahlreichen Stellen in den Alpen.Am häufigsten erscheint die Pflanze im westlichen Schweizer Jura, wo sie an vielen Stellen in dichten, fastreinen Beständen, die Krautgärten gleichen, auftritt. G. lutea, ein systematisch isoliert stehender, alter undstarrer Typus, hat seine Hauptverbreitung in den West« und Zentralalpen, um in den östlichen Kalkalpen (inden nördlichen Kalkalpen bildet der Inn bei Kufstein die absolute Ostgrenzel) seltener zu werden. Währenddie Pflanze in den Schweizeralpen nicht ausschliesslich auf die Kalkalpen beschränkt und wie in den Sevennenund in der Auvergne, sowie vereinzelt auch in den Zentralalpen auf kalkarmer Bodenunterlage auftritt, ist sieim Osten auf die Kalkzüge beschränkt, fehlt also den Zentralalpen von Steiermark und Tirol sehr wahrscheinlichgänzlich (zwei Angaben aus dem Stubai» und Zillertal verdienen Nachprüfung). Abgesehen von dem mehrvereinzelten Vorkommen in den Vogesen, im Schwarzwald und auf der oberdeutschen Hochebene ist Gentianalutea ausserhalb der Alpenkette auf den ganzen Jurazug und die Schwäbische Alb (hier von der Küssaburgund dem Randen im Westen bis Heubach im Osten), sowie auf wenige Standorte im Muschelkalkgebiet vonWürttemberg (Horb, Nagold, Theobaldsberg bei Edelfingen) und Bayern (Eussenheim bei Karlstadt) beschränkt.Am letztern Orte dürfte das Vorkommen spontan sein entgegen der Ansicht von A. Süssenguth,der die Pflanze dort als Reste eines Kräutergartens betrachtet. Auch der einst nördlichste Standort inThüringen dürfte diesem Muschelkalkzuge angehören. In den Alpen bewohnt G. lutea auf kalkreichemBoden steinige Weiden, ungedüngte Mähewiesen, die Karfluren, Schutthalden, ausnahmsweise auch dieAlpenrosen, und Grünerlenbestände. So erscheint die Art im Oberengadin auf etwas kalkhaltigem Ur»gestein stellenweise als Bestandteil der subalpinen „Geröllflur" in Gesellschaft von Veratrum album, Rumexscutatus, Oxyria digyna, Silene inflata und S. nutans, Anemone alpina subsp. sulphurea, Biscutella levigata,Thalictrum minus und Th. aquilegifolium, Cerastium arvense subsp. strictum, Dianthus superbus, Arabisalpina, Aconitum Napellus und A. Vulparia, Rubus Idaeus, Rosa alpina, Cotoneaster integerrima, Phaca alpina,Potentilla grandiflora, Trifolium pallescens, Geranium silvaticum, Euphorbia Cyparissias, Daphne striata, Peuce»danum Ostruthium, Laserpitum Panax, Astrantia minor, Chaerophyllum Villarsii, Heracleum alpinum, ThymusSerpyllum, Cerinthe alpina, Myosotis alpestris, Galium anisophyllum, Scabiosa lucida, Lonicera caerulea,Valeriana tripteris und V. montana, Campanula barbata und C. Scheuchzeri, Carduus defloratus, Achilleamoschata, Senecio Doronicum, Centaurea nervosa, Cirsium spinosissimum, Carlina acaulis, Hieracum intu.baceum, Erigeron alpinus, Senecio Fuchsii, Tussilago Farfara, Solidago Virgaurea usw. Auf den Weiden derRigi.Nagelfluh tritt die Pflanze reichlich neben Gentiana punctata, G. asclepiadea und G. ciliata, Juniperus nanaund Carlina acaulis auf. Im westlichen Schweizer Jura, wo sie vorzugsweise die Berg, und Nadelwaldstufe(vereinzelt von etwa 290m an, doch meist erst höher) bewohnt, zählt sie nach S. Aubert zu den vorherrschendenBestandteilen der frischen, humusreichen Weiden (päturages) und erscheint daselbst häufig in Gesellschaft vonPoa alpina, Briza media, Cynosurus cristatus, Festuca rubra subsp. fallax, Agrostis vulgaris, Veratrum album,Crocus albiflorus, Pimpinella Saxifraga, Sanguisorba minor, Alchemilla vulgaris, Hippocrepis comosa, Trifo»