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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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Die mykotrophen Verhältnisse der Schneeheide sind von H. Christoph (Beihefte zum Botan. Centralbl.Bd. 3S, Abt. 1 1921) untersucht worden. Die Wurzeln sind durchwegs stark verpilzt; es gelingt indessen leichtpilzfreie Pflanzen sowohl aus Stecklingen als auch aus Samen heranzuziehen, ohne dass eine Pilzinfektion statt»finden würde. In sterilisierter Sand- und Heideerde bleiben die Ericapflänzchen stets pilzfrei und zwar unab«hängig davon, ob das Samenmaterial sterilisiert worden war oder nicht; selbst absichtlich verpilzte Samen, insterilem Boden ausgesät, ergaben ein durchaus pilzfreies Wurzelsystem. Christoph schliesst hieraus, dassdie auf den Samen sich ansiedelnden Pilzsporen und Hyphen an der Mykorrhizabildung nicht beteiligt sind.Bei Saaten in nicht sterilem Heideboden trat dagegen schon nach 2 Monaten Pilzinfektion ein und nach8 Monaten waren an allen Versuchspflanzen zahlreiche Infektionsstellen festzustellen. Dagegen war die Verpilzungder Wurzel in keinem einzigen Falle von der Stecklingssprossachse oder vom Samen aus eingetreten. Aus derArt und Weise der Verpilzung und den wahllos zerstreut auftretenden Infektionsstellen kann geschlossen werden,

dass die Mykorrhiza beiErica carnea wie bei Callu»na vulgaris durch Boden»pilze hervorgerufen wird.Das Vorhandensein oderFehlen dieser Wurzelpilzehat indes nach C h r i s.t o p hfür die betreffenden Pflan«zen keinerlei Bedeutung; derPilz wäre demnach wie beiCalluna als harmloser Pa.rasit zu betrachten.

Die Bestäubungs»Verhältnisse von Erica car»nea sind namentlich vonMüller.Lippstadt und vonKern er untersucht wor»den. Obschon beide For»scher zu ganz verschiedenenResultaten gelangten, liegtdoch kein Grund vor, ihreBeobachtungen anzuzwei»fein. Wie Kerner angibt,ist die Frühlings»Heidezweifellos in erster Linie

Bienenblume, wie dies jeder Bienenzüchter im Ericagebiet bestätigen wird. Darauf beruht z. B. imChurer Rheintal der Ertrag an Frühlingshonig; ebenso werden in Tirol gelegentlich die Bienenkörbe in dieNähe der blühenden Ericasträucher gebracht. Auch ist die Zahl der blütenbesuchenden Lepidopteren imVorfrühling, wenn in tieferen Lagen das Blühen beginnt, noch keine grosse. Andererseits sind die ausführlichgeschilderten Beobachtungen von Müller über den intensiven Blütenbesuch des Distelfalters (Vanessa Cardui)im Val Tuors bei Bergün (also bei 1600 bis 1S00 m) und in anderen Alpentälern unzweifelhaft richtig. Freilichist es auch Müller nicht entgangen, dass er eigentlich dem Blütenbau nach eine typische Bienenblume vorsich hatte; doch legte er sich die Sache so zurecht, dass er annahm, Erica carnea sei als ursprüngliche Bienen»blume erst nachträglich durch Anpassung zur Falterblume geworden. Den Tatsachen eher entsprechen dürftedie Auffassung, wonach die Pflanze in tieferen Lagen vorzüglich von Bienen, in höheren Gebirgslagen, wodiese spärlicher vertreten sind oder fehlen, und wo das Sträuchlein später blüht, zumeist von Faltern betlogenwird. Auch Hummeln (z.B. Bömbus hortörum) wurden von Müller als Blütenbesucher beobachtet, dochnur an solchen Blüten, die so dicht über dem Boden standen, dass die Hummeln auf dem Rücken liegend,den Rüssel in die Blüte einführen konnten. Hatten letztere auf diese Weise einige Blüten ausgebeutet, so flogensie suchend weiter, an den schönsten Stöcken mit hochstehenden Blumen vorbei, bis sie wieder nahe demBoden befindliche vorfanden, worauf die eigentümliche Saugmethode von neuem zur Anwendung kam. BeimBesuch streifen die Bienen im Anflug die Narbe; beim Einführen des Rüssels findet eine Verschiebung derAntheren statt. Die Pollentetraden fallen heraus und heften sich an Kopf, Brust und Rüssel. Besuchtdie Biene nun andere Blüten, so muss im Anflug die Kreuzung erfolgen. Nach Kern er welkt die Narbestets, sei sie bestäubt oder nicht, nach ein paar Tagen ab und wird zur Pollenaufnahme unfähig. Dagegenverlängern sich die Staubfäden und schieben die von ihnen getragenen Antheren vor die Mündung der

Fig. 2698. Erica carnea L., blühend bei München. Phot. f A. Dopier, München.