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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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Stellung von Sirupen, Obstweinen und Alkohol. Verschiedene Arten finden als Brennmaterial Verwendung,andere liefern Streue. Als Bienenfutterpflanze und wichtiger Honigspender kommt vor allem Callunavulgaris, in einzelnen Gegenden auch Erica carnea in Betracht. Zweige, Blätter, Blüten und Früchte verschie»dener Arten wirken narkotisch-, sie enthalten organische Säuren, ätherische und fette Oele, Bitterstoffe, Gerb«Stoffe, Enzyme, Glykoside usw. und werden in der Medizin, ebenso als Teesurrogat verwendet. Ausser deneinheimischen Arten (siehe dort 1) hat im atlantischen Nordamerika Gauith dria procümbens L. als DrogeBedeutung. Sie liefert ein wohlriechendes, gewürzhaft»süsslich Schmedeendes, flüchtiges Oel (zirka 0,7 °/o), dasunter dem NamenWintergreen»Oil* in den Handel gelangt. Es besteht ebenso wie das Oel von Betula lentafast ganz (zu 96 bis 97, sogar 99 °/o) aus Salicylsäuremethylester und diente ehedem als Ausgangsproduktfür die Herstellung der Salicylsäure. Das Methylsalicylat entsteht durch Einwirkung der Gaultherase auf dasin der Pflanze vorhandene Gaultherin (Cul IisOs). Ausserdem sind in dem Oel noch 1 °/o des Paraffins Triakontan

und der Esther CuHaiOa, der in Oktylenalkohol (CsHioO) und in dieSäure C6H10O2 zerfällt, enthalten. Das Oel (Oleum Gaulthdriae)wird gegen Gelenk» und gonorrhoischen Rheumatismus, als Antisepticum,als Entlausungsmittel, ebenso in der Parfümerie verwendet. Ausserdementhält die Pflanze Arbutin, Ericolin, Urson, dagegen weder Terpene,Benzoesäure noch Andromedotoxin, dann Zucker, Gaultherase undeinen Gerbstoff. Die Blätter (F ö 1 i a [herba| Gaultheriae, boxberryleaves, checkerberry herb), schmecken bitter; sie wirken adstringierendund schwach narkotisch und waren ehedem als aromatischen Stimu«lans, als Carminativum, Tonicum, Geschmackskorngens, Emmenago»gum und als Antisepticum offizinell. Ihr Aufguss wird in Nord,amerika als Th6 rouge, The du Canada, Berg« oder Salvadortee, Teevon Labrador an Stelle des chinesischen Tees getrunken und sollbesonders bei Asthma von heilsamer Wirkung sein.

Von den überaus zahlreichen als Topf« und Freilandspflanzenkultivierten Ericaceen können nur die wichtigeren hier mitBeschreibung angeführt werden (weitere Arten sind bei den Gattungenaufgeführt); für die übrigen muss auf die speziellen Gärtner.Hand.bücher (besonders auf C. K. Schneider, Illustriertes Handbuchder Laubholzkunde) verwiesen werden. Zudem werden nochfortwährend neue Arten eingeführt. Für Heide« und Moorbeete sehrempfehlenswert, aber Winterschutz bedürftig, ist die atlantischeDabcEcia Cantäbrica (Huds.) K. Koch (= D. polifölia Don,= Erica Daboecia L., = Bordtta Cantäbrica O. Kuntze). Fig. 2638.Bis 50 cm hoher, reichverästelter Zwergstrauch. Laubblätter lederig,eiförmig, etwa 1 cm lang, nach unten umgerollt, oben glänzendgrün,unten dicht weissfilzig. Blüten violettrot (,in der Kultur auch weiss,dunkelviolett oder gestreift), krugförmig, in endständiger, lockererTraube. Kelch« und Kronzipfel 4; Staubblätter 8, mit purpurnen Antheren ohne Anhängsel. Fruchtkapselabstehend«drüsenhaarig, 4.fächerig, scheidewandspaltig. Samen rundlich, dicht warzig. VII bis IX. Heiden derozeanischen Küstengebiete von Portugal bis Irland. Aus der Gattung Kälmia 1 ) werden im Freien gezogeniKälmia latifölia L. Amerikanischer Lorbeer, Lorbeerrose; engl.: American Laurel, Calicobush. HoherStrauch mit immergrünen, lorbeerartigen, eilanzettlichen, spitzen, kahlen Laubblättern; Mittelnerv auf der Blatt»Unterseite stark hervortretend. Blattstiel kurz. Blütenstand zusammengesetzt vielblütig. Blüten rot, weisslich oderpurpurbraun bis schokoladefarben (f. fuseäta Rehd. pro var.), einzeln auf langen, drüsenhaarigen Stielen inden Achseln eines Tragblattes und mit 2 seitenständigen, braunen Vorblättern, in der Knospe mit 10 Falten,zuletzt napfförmig ausgebreitet, 2 bis 3 cm breit. Staubblätter 10s Antheren rot, ohne Anhängsel, mit schiefenLöchern aufspringend. Frucht eine aufrechte, kugelige, 5« (bis 7«)fächerige, scheidewandspaltige Kapsel. Griffelbleibend, aufrecht. Samen sehr zahlreich, flach, länglich, 1 mm lang, sehr flugfähig. V bis VI. Stammt ausNordamerika. Verwandt sind: Kälmia angustifölia L. Lorbeerrose. Engl.: Mountain oder Sheep.Laurel.Fig. 2639. Nur etwa 1 m hoch. Laubblätter eiförmig, stumpf, kleiner als bei voriger Art. Blüten rötlich,0,8 bis 1 cm breit, in blattachselständigen Scheinwirteln. Fruchtkapsel nickend. Heimisch im östlichen Nord«amerika von der Hudsonsbay bis Georgien. VI, VII. In zahlreichen Formen seit 1736 kultiviert. Die Art ist im

Fig. 2638. Daboecia Cantabrica (Huds.) K.Koch, a, b Blühende Zweige, c Laubblatt (vonoben), d Junge Frucht mit Kelch, e Reife Frucht./ Staubblatt.

') Nach Peter Kalm (geb. 1715 zu Oesterbotten in Finnland, gest. 1779 als Professor der Natur»Wissenschaften in Abo), bereiste 174749 Nordamerika und veröffentlichte 1765 den 1. Teil einerFlora Fennica".