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Zoroaster.
türkische Händler aus der Stadt Prag nach dem Osten 1 , doch ist seinen Wortennichts über den Herkunftsort zu entnehmen. Man könnte zunächst an das Erz-gebirge denken, aber Thomas von Oantimpre bezeugt gegen 1240 im 15. Kapitelvon „De naturis rerum" ausdrücklich, daß erst „kürzlich" auch in Deutschlandviel Zinn gefunden wurde, und Albertus Magnus , der zwischen 1248 und 1256das Werk „De mineralibus" schrieb, bestätigt dies und sagt, das deutsche Zinnsei weicher als das englische; am Altenberg in Sachsen begann vollends der Abbauerst in den Jahren 1436—1440 2 , und noch etwas später setzte der zu Amberg inder Oberpfalz ein 3 . Aller Wahrscheinlichkeit nach war also das in Prag gehan-delte Zinn englisches, das ja seit den frühesten Zeiten den Markt beherrschte undseiner Reinheit und Härte wegen auch zu künstlerischen und technischen Zweckendiente. Zünfte der Zinngießer sind in Mittel- und Südeuropa mindestens schonseit etwa 1200 bekannt, und von ihren vortrefflichen Leistungen auch im Kunst-guß zeugen u. a. die im 13. Jahrh. und zu Beginn des 14. entstandenen prächtigenTaufbecken der deutschen Kirchen, z. B. des Mainzer Doms 4 . Im 14. Jahrh. er-folgte, anscheinend im böhmischen Erzgebirge, die Erfindung des Verzinnens vonEisen (s. „Weißblech"), und bereits Brunelleschi (1377—1446) benutzte bei derEinwölbung der Florentiner Domkuppel solches „verzinntes Eisenwerk" 8 ; erstgegen 1600 wurde das Verfahren auch in Sachsen ausgeübt, jedoch so sorgfältiggeheimgehalten, daß es nicht vor 1700 nach England gelangte (angeblich durchVerräterei) und sich dort seit 1720 rasch entfaltete 6 .
Wann das sog. Musivgold (aurum musicum, d. i. Stannisulfid SnS 2 ) erfundenund zu kunstgewerblichen Zwecken zuerst verwendet wurde, ist nicht sicher be-kannt; nach den Vorschriften, die das sog. „ Kunstbüchlein " von 1535 seinen(verlorenen) Vorläufern entlehnt, stellte man es dar, indem man Zinnamalgam mitSchwefel und Salmiak erhitzte; als Ausgangsmaterial diente „Conterfein" (beiAgricola 1557 : Conterfehe), unter dem hier Zinn (zyn) oder ein Zinnerz zu ver-stehen ist 7 .
Ostindisches Zinn soll in Europa alsCalem zuerst 1552 in der „Historia daIndia" des Castanheda genannt werden 8 .
Über die Auffindung des Zinns in Mexiko und Peru s. bei Gmelin 9 .
Zoroaster.
Nach Ed. Meyer 10 , dem auch Charpentier beistimmt 41 , ist das Auftretendieses Schöpfers „der ersten, durchaus universalen Weltreligion" um 1000 v. Chr.anzusetzen, und die im „ Avesta " erhaltenen „Gäthas" geben seine eigenen Redenwieder; die von Hertel 12 angenommene Zeitgrenze, 559—522 v. Chr., wäre hier-nach weitaus zu niedrig.
1 Jacob , „Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem9. u. 10. Jahrh." (Berlin 1927), 12.
2 Ferckel. „lippmann -Festschrift" 75. Tratttmanh , „M. G. M." XXIX, 88 (1930).
3 Schulte , „Die große Ravensburger Handelsgesellschaft" (Stuttgart 1923) II, 199.
4 Dehio , „Geschichte der deutschen Kunst" (Berlin 1926) II, 280. — 5 V as abl, „Le-
bensbeschreibungen", ed. J affk (Berlin 1920) 119.
6 Mtjspbatt , „Chemie", ed. Stohmann u. Kerl (Braunschweig 1922) X, 1097.
7 Darmstaedter , „Berg-, Probir- u. Kunstbüchlein" (München 1926), 150ff.
8 Coimbra 1551ff. — 9 „Gesch." I, 446; 468, 753. — 10 „Christ." II, 58, 72ff.
11 „Isis" VIII, 529 (1926). — 12 „M. G. M." XXIV, 74 (1925).