Siebenzahl. 195
endlosen, in den Z attbebpapyri vorkommenden) als Symbol der Isis in ihrerEigenschaft als Universal- und Weltengöttin 1 .
Siebenzalil.
Die ehemalige Annahme, die Wertschätzung und Verehrung der Siebenzahlstamme aus Indien und hinge mit dem dort uralten Planetendienste zusammen,ist als durchaus haltlos fallen zu lassen. Die V eden bestätigen sie nicht, denn dieStelle vom Fahren des „Wagens der Zeit" auf 7 Rädern mit 7 Naben (= den 7 Pla-neten?) ist nicht beweisend, da sie dem späten und auch in jüngerer Zeit nochdurch vielfache Einschiebungen abgeänderten „ A tharva- V eda " angehört 2 . ZurZeit der ,, B bahmana- T exte " (um 1000 v. Chr.) ist zwar die Siebenzahl bekannt,aber die 7 Rishis, d. s. priesterliche Vorfahren, werden mit den 7 Sternen desGroßen Bären in Verbindung gebracht und nicht mit den Planeten, über derenZahl und Wesen das äußerst geringe und dürftige astronomische Wissen nochnichts Näheres auszusagen vermag 3 . Auch in einem vorbuddhistischen Opfer-ritual macht sich die Siebenzahl der Priester als künstliche und gezwungene Zutateines späteren Bearbeiters kenntlich 4 .
Außerordentlich alt ist hingegen die Bedeutung der Siebenzahl in Babylonien,ohne daß sich jedoch eine bestimmte Erklärung hierfür angeben ließe. Die einenverweisen darauf, daß in der Reihe von 1—10 allein 7 zugleich eine Primzahl undkein Faktor einer der anderen Ziffern ist, und daß die Summe der 7 ersten Zahlen28 beträgt, d. i. die Anzahl der Tage des Mondmonates 6 . Andere erinnern daran,daß in Babylon zur Zeit der sommerlichen Sonnenwende von den 12 Tierkreis-zeichen 7 über dem Horizont stehen und daß der halbe Mondumlauf von 14 =2x7 Tagen den 14 Nothelfern entspricht, die nach alten mythologischen LehrenN ebgal bei der Fahrt in die Unterwelt begleiten 6 . Noch andere heben hervor,daß viele unter den auffälligsten Sternbildern gerade 7 besonders große Sternezeigen 7 . Ob irgendeine dieser Beziehungen wirklich in Betracht kommt, stehtdahin; sicher ist aber, daß die Rolle der Siebenzahl nicht auf die der 7 Planetenzurückgeht, vielmehr die weitaus ältere ist; denn die keineswegs naheliegende Zu-sammenfassung der 5 Wandelsterne mit Sonne und Mond erfolgte nicht vor dem10., vielleicht sogar nicht vor dem 8. Jahrh. v. Chr. 8 , während zahlreiche Angabenüber die Siebenzahl schon zur Zeit G udeas (um 2600) feststehen und von nochweit früheren Epochen her überliefert werden. Aus Inschriften und Urkunden,namentlich aus religiösen und magischen Texten, seien angeführt: 7 große Götter,deren Sinnbild die Plejaden sind 9 ; das von G ttdea erbaute Haus der 7 Himmels-zonen 10 ; 7 Stockwerke des Weltberges 11 ; 7 Mauern und Tore des Totenreiches 12 ;7 Gewänder der I star 13 ; 7 Namen der L ababtu 14 ; 7 Altäre und Opferbehälter 15 ;7 Dämonen 16 ; 7 Zauberbrote und Gesetzestafeln 17 ; 7 älteste Städte und deren
1 Stegemann , a. a. O. 225. — 2 Troje, „A. Rel." XXII, 92 (1924).
3 Oldenberg, „Weltanschauung . . 49, 45, 233. — 4 Troje, a. a. O. 90ff., 110.
5 Karpinski , „Mathematik des Nikomachos von Gerasa" (New York 1926), 104, 106.Dieser Autor lebte um 200 n. Chr. — 6 Bischoff , „Mystik und Magie der Zahlen" (Berlin1920) 35, 204, 208; 222. — 7 Dingler , „A. Nat." XI, 265, 344 (1929).
8 Ed. Meyer , „Christ." II, 55, 373. Meissner II, 404. Dornseiff 44. — 9 Meissner,II, 6, 26. — 10 Ebenda I, 310ff.
11 Ebenda II, 111. — 12 Ebenda II, 144. — 13 Ebenda II, 144, 183. — 14 Ebenda II, 223.
16 Ebenda II, 239. — 16 Ebenda II, 186, 199, 220. — 17 Ebenda II, 196, 236.
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