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spruchsvollen Anforderungen abzufinden oder sie auf „philosophischem" Wegemiteinander zu vereinigen und zu versöhnen hat, hängt von seiner persönlichenVeranlagung und dialektischen Geschicklichkeit ab.
Schwarze Kuh.
Die Rolle der „schwarzen Kuh" und der „Milch der schwarzen Kuh" in Magik,Mystik und Alchemie beruht auf der alten, noch von P lutarch überliefertenägyptischen Sitte, bei der Totenfeier des Erd- und Vegetationsgottes O siris inschwarzem Gewände zu erscheinen und ein Stück Boden mit 2 schwarzen Kühenzu pflügen. Letztere gelten als Verkörperungen der „nährenden" Göttinnen Isisund N eft ( N ephthys ) und nehmen gleich diesen durch ihre „Milch" die „Sau-genden" in ihre „MilchVerwandtschaft" auf; da aber den „Ausflüssen" eines We-sens dessen Eigenschaften innewohnen, so verleihen sie hierdurch göttliche Kraftimd Unsterblichkeit 1 .
Scotus (Scottus), Michael.
Dieser, am Hofe Kaiser F riedrichs II. tätige, einflußreiche Schriftsteller undForscher lebte nach Q uerfeld 2 1180—1250, während H askins glaubt, er seischon um 1236 gestorben 3 . Sein „Liber particularis", das vor 1228 abgefaßt ist,verrät in den Ausführungen über die 4 Geister (Schwefel, Quecksilber, Auripig-ment, Salmiak), über die Quecksilber-Schwefel-Theorie, über Gold als Gesundheits-und Lebenselixir usf. arabische Einflüsse, verwirft aber die Alchemie als Täu-schung und Betrug 4 . Seine sog. „Alchemie" von etwa 1230, deren Echtheit strittigist 5 , kann sehr wohl doch von ihm herrühren, wenigstens in den Hauptzügen;gleich anderen „wissenschaftlichen Zusammenstellungen", die unter den amkaiserlichen Hofe herrschenden Verhältnissen entstanden, gibt sie weder dieälteren arabischen Quellen unmittelbar wieder, noch deren jüngere lateinischeUmarbeitungen und Ergänzungen, sondern hält sich an vermittelnde Berichte derSarazenen und Juden Nordafrikas, Majorkas, Aleppos und Toledos, in welcherStadt S cotus einige Zeit tätig war 6 . Eine Handschrift aus dem 13. Jahrh., derenInhalt von dem der übrigen vielfach abweicht, ist in Cambridge vorhanden 7 ;ebenda befindet sich auch ein dem S cotijs zugeschriebenes alchemistisches Ge-dicht (Kopie aus dem 15. Jahrh.) sowie eine Abhandlung über den „Philo-sophus H ermes ", betreffend u. a. sal nitrum, alumen romanum et glasse (römi-schen und kristallisierten Alaun), aqua ardens (brennendes Wasser) aus Ter-pentin, berillus (grünliches Glas?), coperosa (Kupfervitriol?), affinacio Azuri (Zu-rechtmachen, Verfeinern der blauen Farbe Azur) usf. 8 .
Seide.
Die früheste zweifellose Erwähnung der Seide in der antiken Literatur scheintdie der „serici pulvilli" ( = seidenen Kissen) in den „Epoden" des H oraz zu sein 9 .Im 2. Jahrh. erzählt P aitsanias in seiner „Reisebeschreibung" als Erster, daß der
1 A. Wiedemars , „A. Rel." XIX, 204 (1921); XXII, 66 (1923).
2 „M. Scottus und seine Schrift De secretis naturae" (Leipzig 1919). — 3 „Isis" IV,
721 (1922). — 4 Haskins , ebenda und VII, 483 (1925). — 5 S. „Alchemie im Mittelalter".
« Haskins , ebenda X, 350 (1927). — 7 Singer , ebenda XIII, 5 (1930).
8 Ebenda 6, 7; 10, 15; 13, 14; 14; 15; 15 — 9 VIII, 15.