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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Loosbücher Luther.

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Theologie; in dieser, sowohl in der jüdischen wie in der christlichen (bis zumJ ohannis - E vangelium ), wird er zu einem göttlichen Wesen von hoher religiös-metaphysischer Bedeutung 1 . Schon bei P hilon erscheint er auch alsGemahlder Seele", und bereitet dadurch die durch die Auslegung des H ohen L iedes"geförderte Allegorie von C hristus als Bräutigam der Seele vor 2 ; im 3. und4. Jahrh. wird er als Sohn des Weltgottes A ion, M ithras oder H elios hin-gestellt, was daran erinnert, daß ihn ein griechisches Gedicht um 300 als Sohndes H ebmes bezeichnet 3 . Betreffs der Beziehungen zur Hermetik und durch diesezur Alchemie vgl. H ebmes T rismegistos " undHermetische Schriften".

Loosbücher.

Die arabischen L oosbücher , die man (ebenso wie noch in neueren Zeitendie Bibel) durchAufschlagen" um Rat befragte, sollen angeblich etwa im9. Jahrh. entstanden sein, gehen aber tatsächlich völlig auf hellenistische Vor-lägen des 2. oder 3. Jahrh. n. Chr. zurück 4 . In einem anscheinend noch ziemlichfrühen, das D ie K önigsloose " heißt, wird über die Alchemie folgender AusspruchdesKönigs von Sansibar" angeführt 5 :

Du magst getrost der Wissenschaft anhangen,

Der Weisen Stein: sie macht den Staub zu Gold,

Macht ihren Jünger Gott und Menschen hold,

Und läßt ihn freudig sein, wo andre bangen."

Lull.

Die sehr zahlreichen alchemistischen Schriften, deren Verfasser L ull sein soll 6 ,sind ihm sämtlich untergeschoben, teils im 14. und 15. Jahrh., teils noch später,denn, wie schon 1870 de L uanco angab 7 und 1912 P eobst bestätigte 8 , war L ullüberhaupt niemals Alchemist; die Richtigkeit dieses Sachverhaltes erkennen auchS inger 9 und P eebs 10 an.

Luther.

Wenn L utheb auch sagt:Natürlich, mit des Teufels Beistand kann einAlchemist wohl Gold kochen", so hält er doch in der Regel diegroße Kunst"für einen völligen Schwindel; daher erklären sich seine Aussprüche:Was sie mitder Alchymie vorgeben, ist ganzer ständiger Betrug, man weiß wohl, daß dieAlchymie nichts ist und kein Gold machen kann ohne Sophistrei" [ = Täuschung],undHüte dich für der Alchymisten Süpple!" 11

I L eisegang , a. a. 0. 1036ff. 2 Übers. C ohn III, 323 (Breslau 1919). 3 R eitzen-stein ,Iran. Erlösungsmyst." 182. - 4 Eine solche, aus homerischen Versen bestehende,die unter dreimaligem Werfen von Würfeln zu benützen ist, hat sich in Gestalt eines Papyruserhalten: Wesseln (Wiener Akad." XLII, 2). 5 Übers. Wetzstein , ed. Weil (Berlin1929) 55. 6 T horndike II, 862. 7 Barcelona 1870. 8 Toulouse 1812.

9Arch." IX, 43 (1928). 18Ramon Lull" (London 1929).

II Klingner ,Luther und der deutsche Volksaberglaube" (Berlin 1912), llOff.,.H. D. A." I, 254.