Loosbücher — Luther.
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Theologie; in dieser, sowohl in der jüdischen wie in der christlichen (bis zumJ ohannis - E vangelium ), wird er zu einem göttlichen Wesen von hoher religiös-metaphysischer Bedeutung 1 . Schon bei P hilon erscheint er auch als „Gemahlder Seele", und bereitet dadurch die durch die Auslegung des „ H ohen L iedes"geförderte Allegorie von C hristus als Bräutigam der Seele vor 2 ; im 3. und4. Jahrh. wird er als Sohn des Weltgottes A ion, M ithras oder H elios hin-gestellt, was daran erinnert, daß ihn ein griechisches Gedicht um 300 als Sohndes H ebmes bezeichnet 3 . Betreffs der Beziehungen zur Hermetik und durch diesezur Alchemie vgl. „ H ebmes T rismegistos " und „Hermetische Schriften".
Loosbücher.
Die arabischen L oosbücher , die man (ebenso wie noch in neueren Zeitendie Bibel) durch „Aufschlagen" um Rat befragte, sollen angeblich etwa im9. Jahrh. entstanden sein, gehen aber tatsächlich völlig auf hellenistische Vor-lägen des 2. oder 3. Jahrh. n. Chr. zurück 4 . In einem anscheinend noch ziemlichfrühen, das „ D ie K önigsloose " heißt, wird über die Alchemie folgender Ausspruchdes „Königs von Sansibar" angeführt 5 :
„Du magst getrost der Wissenschaft anhangen,
Der Weisen Stein: sie macht den Staub zu Gold,
Macht ihren Jünger Gott und Menschen hold,
Und läßt ihn freudig sein, wo andre bangen."
Lull.
Die sehr zahlreichen alchemistischen Schriften, deren Verfasser L ull sein soll 6 ,sind ihm sämtlich untergeschoben, teils im 14. und 15. Jahrh., teils noch später,denn, wie schon 1870 de L uanco angab 7 und 1912 P eobst bestätigte 8 , war L ullüberhaupt niemals Alchemist; die Richtigkeit dieses Sachverhaltes erkennen auchS inger 9 und P eebs 10 an.
Luther.
Wenn L utheb auch sagt: „Natürlich, mit des Teufels Beistand kann einAlchemist wohl Gold kochen", so hält er doch in der Regel die „große Kunst"für einen völligen Schwindel; daher erklären sich seine Aussprüche: „Was sie mitder Alchymie vorgeben, ist ganzer ständiger Betrug, man weiß wohl, daß dieAlchymie nichts ist und kein Gold machen kann ohne Sophistrei" [ = Täuschung],und „Hüte dich für der Alchymisten Süpple!" 11
I L eisegang , a. a. 0. 1036ff. — 2 Übers. C ohn III, 323 (Breslau 1919). — 3 R eitzen-stein , „Iran. Erlösungsmyst." 182. -— 4 Eine solche, aus homerischen Versen bestehende,die unter dreimaligem Werfen von Würfeln zu benützen ist, hat sich in Gestalt eines Papyruserhalten: Wesseln („Wiener Akad." XLII, 2). — 5 Übers. Wetzstein , ed. Weil (Berlin1929) 55. — 6 T horndike II, 862. — 7 Barcelona 1870. — 8 Toulouse 1812.
9 „Arch." IX, 43 (1928). — 18 „Ramon Lull" (London 1929).
II Klingner , „Luther und der deutsche Volksaberglaube" (Berlin 1912), llOff.,.H. D. A." I, 254.