130
Kupfer.
her das Kupfer und Kupfererz, das sie in der Regel als Chalkitis bezeichnen 1 ;Prägung von Kupfermünzen ist in Athen seit 405 nachweisbar, umfaßte aber meistnur kleinere Stücke, während z. B. in Ägypten auch große, bis zum Gewichte von90 g, ausgegeben wurden 2 . ■—• In Etrurien waren kupferne Barren schon sehr früh-zeitig im Umlaufe und blieben dies zu religiösen und juristischen Zwecken nochungewöhnlich lange und in solchem Umfange, daß Funde vorliegen, die bis10000 Stücke zählen 3 . Zu Rom beginnt die erste Prägung kupferner Münzen imJahre 335, doch bediente man sich schon vorher der in Campanien seit langemüblichen 4, ; eine wichtige Bezugsquelle blieb auch in späterer Zeit Zypern, und nochKaiser A ugustus schenkte dem H ebodes den halben Ertrag der dortigen Berg-werke 5 . Bei P linius heißt das gegossene Rohkupfer aes caldarium, das dünnereBlech aes coronarium, und das schmiede- und hämmerbare Stabkupfer aes regu-läre 6 ; der Name aes cyprinum findet sich bei ihm, bei S obibonius L abgus undV itetjvius (zu Beginn der Kaiserzeit), cyprius im Sinne von kupfern bei P linius,T bebellius P ollio und dem späten P alladius , cuprinus bei letzterem undV egetius , cuprum im Edikt D iokletians über die Warenpreise, und cyprum inder „Kaisergeschichte" (bei C abacalla ) und beiSoLiNUS 7 ; das griechische ymvtcqov(Küpron) scheint erst aus byzantinischer Zeit belegt zu sein 8 , kann aber vielleichtauch weitaus früher in Gebrauch gestanden haben.
In Indien erwähnen schon die V eden ayas = Kupfer (vgl. das lateinische aes)oder Erz, das schwerlich bereits Bronze war, und daraus angefertigte Geräte,u. a. Beile, Kessel, Waffen, Pfeilspitzen, sowie ein künstliches Bein 9 ; der späte„A thabva- V eda " rühmt neben Wagenbauern und Schlossern auch „geschickteKupferschmiede" 10 ; in den „ B bähmana- T exten " ist öfters von Erz die Rede 11 ,und im „ V edanta " beispielsweise von einem kupfernen Knopfe 12 . — Bei den Per-sern erfindet der Schah D schemsch I d schon in der Urzeit auch die Darstellungdes Kupfers 13 ; die Gruben zu Isfahän versorgten (neben denen zu Bokhära) nochim 9. Jahrh. den Hauptbedarf des Kalifats und zahlten damals eine Jahressteuervon 10000 Dinaren [zu etwa 10 M. Silberwert] 14 . Vieles Kupfer förderten dieAraber auch im Maghreb, dem heutigen Marokko, und lieferten es laut A l- B ekbis„Beschreibung des nördlichen Afrikas" (verfaßt 1068) an die südlich wohnendenNeger, bei denen eine Traglast 5 Mitqäl[etwa 40M.] Eingangszoll bezahlte 15 ; nochweiter im Süden, gegen das Kongogebiet zu, besaßen jedoch die Neger eigenen ur-alten Kupferbergbau 16 .
S chuchabdt hat die Ansicht ausgesprochen, das Kupfer stehe in keiner Ver-bindung mit Zypern, „dieser nie schöpferischen, sondern nur aufnehmenden undnachahmenden Insel", sei vielmehr im Mittelmeergebiet von Spanien aus, also vomWesten her, nach Osten gebracht, in Zentraleuropa aber schon in ältester Zeit
I Blümner , a. a. O. — 2 Regling , PW. IIIA, 23. — 3 Ganszitniec , PW. XII, 294.4 Regling , a. a. O.; Küblee , PW. XIII, 140. — 5 Iosephus , „Altertümer" XV, 5;
übers. Clementz II, 388. — 6 XXXIY, 94 (20). Diergart , „Z. ang." 1929, 30.
7 Blümner , a. a. O.; Oberhitmmer , a. a. O. 66. Bei Diocletian : VII, 25.— 8 „M. A.G."II, 253. — 9 Zimmer , a. a. O. 51; 301, 252, 298, 299, 398. — 10 Übers. Rückert 16.
II Oldenberg , a. a. O. 40. — 12 Deussen , a. a. O. 201. — 13 Al-Tha Alibi , a. a. O. 12.
14 Mez , a. a. O. 416.
15 Übers. De Slane (Paris 1859) 357, 385. Vgl. De la Ronoiere , „La decouverte del'Afrique au moyen-äge" (Paris 1925) 147. — 16 Walker , „Chem. Zbl." 1926, 1024.