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Kühlung bei der Destillation.
Die primitive, schon bei Diosktjrides erwähnte Abkühlung mittelst nasserSchwämme sowie die mittelst Schlangenrohren „gleich den unserigen (?)" führenfür Quecksilberdämpfe auch einige Handschriften des Zosimos (um 300n. Chr.) an 1 .
Kupfer.
In Ägypten ist Kupfer schon im 5. Jahrtausend, also in frühester (vordynasti-scher) Zeit nachweisbar 2 , und zwar zuerst in Form von nietenartigen Stiften undNadeln, später auch von Meißeln 3 ; vermutlich wurde es durch asiatische Ein-wanderer eingeführt 4 , in denen Naville südarabische Hamiten, Verwandte derSumerer (?), sehen will 5 , Morgan aber Chalder 6 . Zu Beginn des neuen Reiches(3000—2550) bestand schon seit langem eine regelmäßige Kupfergewinnung imSinaigebiete, als deren Spuren Gefäße, Werkzeuge und Waffen hinterblieben 7 ,ferner auch Fäden und Bänder zum Flicken von Steingefäßen und Armringen,massiver und hohler Schmuck usf. 8 ; die Waffen waren noch sehr einfach, so z. B.gilt als die des Königs eine steinerne Keule, verbunden mit einer kupfernen Streit-axt 9 . Kupferne Meißel und Schlägel sind ein vielbenutztes Handwerkszeug; derKupferschmied verfertigt feinere Stücke und Einlagen, die er nach Bedarf ziseliertund poliert, aber er hämmert auch am Ambos und macht u. a. größere Wasch-geräte zurecht, sowie Entwässerungsrohre, die unterirdisch verlegt werden 10 . Die„Künstler", die einem „Oberleiter" unterstehen, schaffen schon damals mit voll-endeter Technik überlebensgroße Statuen, z. B. die des Königs PhiopsI . (vor 2550,nach anderen um 2400), aus getriebenen Kupferplättchen, die mit kupfernenNägeln auf einem Holzkern befestigt sind; sie verstehen auch, Statuetten ausKupfer zu gießen und kupferhaltige blaue und grüne Glasuren von großer Schön-heit und Haltbarkeit darzustellen 11 . Kupfer ist kostbar genug, um als Abgabe zugelten, und die Macht des Königs bezeugt der Spruch „er wälzt einen kupfernenBerg vom Halse der Menschen" 12 .
Aus der Zeit des mittleren Reiches (2200—1800) stammen die Verse: „Ich sahden Schmied bei seiner Arbeit, / Am Loche seines Ofens stehend, / Seine Fingerwaren wie Krokodilhaut, / Er stank ärger als Fischrogen" 13 . Verschiedene Schrif-ten erwähnen, daß „Kupfer, feines Leinen und Öl dem Könige zugehören" 14 , daß„ein Gott gebildet wurde aus Kupfer, verziert mit Edelsteinen" 15 , und daß kupfernePfeile bereitstehen, kupferne Getränktische und kupferne Türen mit bronzenenRiegeln „gemacht für die Ewigkeit" 16 . Die beginnende Verwendung von Bronzetat jedoch noch langehin jener des Kupfers keinen Abbruch, zumal nach Beginndes neuen Reiches (1600—1100) erhebliche Mengen dieses Metalles aus Zypern zu-strömten, dessen Herrscher sich einmal bei Tutmosis III. (um 1500) entschuldigt,er habe, weil eine Epidemie ausgebrochen sei, nicht soviel wie gewünscht senden
I Ruska , „Tab. Smar." 30. — 2 Oberhummer, PW. XII, 84.
3 Feldhaus , „Geschichtsblätter" XI, 200 (1927). — 4 A. Wiedemann , a. a. O. 48.5 „Isis" IX, 545 (1927). — 6 „La prehistoire Orientale" (Paris 1926).i Erman u. Ranke 541, 549ff., 557ff. — 8 A. Wiedemann 45, 46, 131.
9 Erman u. Ranke 624, 627. — 10 Ebenda 500; 549ff., 557ff.; 221. A. Wiedemann 15.
II Erman u. Ranke 49, 501; 502; 546 ff. Steindorff , a. a. O. 58, 98, mit Abbildung.
12 Erman u. Ranke 172, 470.
13 Ebenda 533. — 14 Erman , „Lit." 144. — 15 Ebenda 118. — 16 Ebenda 155; 142; 108.