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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Glauber Glocke.

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wies, wie noch heute viele unserer Flaschengläser. Von dem im Sinne von GlasgebrauchtenBerillus" leitet sich unsere BezeichnungBrille" ab 1 .

Glauber.

Entgegen erhobenen Zweifeln ist es richtig, daß dieser so hervorragendeTechnologe von der Möglichkeit alchemistischer Umwandlungen überzeugt war,und noch 10 Jahre vor seinem 1670 zu Amsterdam erfolgten Tode die öffentlicheVorführung einer Transmutation ankündigte, und zwarganz umsonst, alleinzum Beweise" 2 .

Glocke.

Die für die Geschichte des Namens Bronze so wichtige der Glocken läßt sichvielerorts in entlegene Zeiten zurückverfolgen, freilich ohne daß alle Einzelheitendie wünschenswerte genügende Aufklärung fänden.

Schon im alten Athen (etwa des 5. Jahrh. v. Ohr.) gab eine Glocke das Zeichenzum Beginne des Fischmarktes 3 , ungefähr dem 4. Jahrh. gehören zwei eherneGlocken aus dem Tempel der Kabiren bei Theben an 4 , und um Beginn unsererZeitrechnung erwähnt Pabthenios die Glocke eines befestigten Platzes 5 ; wie anmetallene Becken, Schellen, Zimbeln u. dgl., so scheint sich auch an Glocken derweitverbreitete Aberglaube geknüpft zu haben, daß böse Geister und Dämonenaller Art, die Krankheiten, Unglücksfälle, Blitzschläge usf. verursachen, siefürchten und daher durch ihren Klang und Lärm vertrieben werden 6 . ÄhnlicheVorstellungen dürften auch im Orient bestanden haben, und wenn z. B. Iosephtjs(37117) berichtet, die Glöckchen am Gewände des jüdischen Hohenpriesterswiesen auf den Donner hin 7 , so ist wohl weniger an eine unmittelbar symbolischeBedeutung zu denken als an eine apotropäische (abwehrende).

In Indien sagt bereits die berühmte, buddhistischen Kreisen entstammendeSpruchsammlung D hammapadam " (= Wahrheitspfad) aus dem 5. Jahrh. v. Chr. 8 :

Gelangst in Aufruhr nimmer du,

Gleich einer Glocke, die zersprang,

So hast Erlösung du erreicht,

Kein Sturmgeläute gibt es mehr."

In verschiedenen, zum Teil auf sehr alte Überlieferung zurückgehendenMärchen ist die Rede von Glocken, die um den Hals hängen, von Glocken, dieman schlägt, von Glocken am Tore des Tempels und Palastes sowie im Palaste;in einigen dieser Fälle mag es sich aber eher um Gongs handeln 9 .

Die christliche Tradition schreibt die erste Anfertigung von Glocken demBischof Paulinus von N ola in Campanien zu (gest. 430) und läßt ihnsigna

1 Das mittelalterliche berillus ist eher aus dem arabischen billaur = Bergkrystall(durch Umstellung) entstanden ( Ruska ). Einen arabischen Bischof Beryixtjs erwähntschon Orioenes (195254), der selbst wegen seiner Arbeitskraft den BeinamenAdamantios erhielt (s. Üb. Kohlhofer , Kempten 1874; I, 16, 19).

2 Jorissen ,Chz." LI, 17 (1927).

3 Orth, PW. XI, 950. 4 Kern, PW. X, 1442. 5 Übers. Jacobs (Stuttgart 1837)

32; Nr. 7. 6 Stemplinger ,Antiker Aberglaube" (Leipzig 1922) 81, 86.

iJüdischer Krieg" V, Kap. 5, 7.Altertümer" III, 7; übers. Clementz 166.

s Übers. Neumann (München 1918) 37. 9Indische Märchen", ed. Hertel (Jena

1921) 168, 144, 121, 174, 176ff.

v. Lippmann, Alcheraie. Band II. 7