Druckschrift 
2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
Entstehung
Seite
88
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

88

Fihrist Fragment von Ivrea.

Grundlage der Seele, des Lebens und der Gesundheit. Wasser und Wind wurdenals seine Formen angesehen, und die Tätigkeit des Auges erklärte man durchAusstrahlung vonBlickfeuer" 1 .

Fihrist.

Dieses für die Geschichte der älteren arabischen Literatur so unersetzlicheWerk des Ibn Al-Nadim (vollendet gegen Ende des 10. Jahrh.) liegt in der bis-her allein gedruckten Ausgabe Flügels nur in sehr unzureichender Gestalt vor,da diesem Autor leider nur ein höchst unvollständiger Text zu Gebote stand 2 .

Firmicus Maternus.

Auch Thorndike schließt sich der Meinung an, daß sowohl die SchriftÜberdie Irrtümer der profanen Religionen" als auch das große astrologische WerkMathesis" von diesem Autor herrühren; die erstere ist ohne Zweifel in denJahren 345350 n. Chr. abgefaßt, für die letztere ist als Zeit der Vollendungmit großer Wahrscheinlichkeit, aber nicht mit Sicherheit, 355 anzunehmen 3 .

Fixsterne.

Ihre Namen mit solchen von Planeten zu vertauschen, wie das z. B. bei densieben Sternen des Großen Bären geschah, ist, wie Weidner zeigte 4 , babylonischeGewohnheit; diese bestätigt, daß die Heiligkeit der Siebenzahl bereits feststand,als man die fünf Wandelsterne mit Sonne und Mond zu den sieben Planetenzusammenfaßte 6 . S.Planeten",Siebenzahl",Sonne-Saturn".

Fluchtafeln.

Über derlei Tafeln aus Blei, dem Unglücksmetalle des Kronos , die den Namendes Germanicus nebsttodbringenden Verwünschungsformeln" eingegrabenenthielten und diesen Fürsten während seiner Erkrankung in SeleukiamitZorn und Entsetzen erfüllten", berichtet Tacittjs in denAnnalen" 6 .

Nähere Angaben über ihre Herkunft und Bedeutung, sowie über Form undStil, finden sich bei Wünsch 7 , Steinleitner 8 , Stemplinger 9 , Hopfner 10 undkagarow 11 .

Fragment von Ivrea.

Dieses dem 7. Jahrh. n. Chr. entstammende, von Carbonelli 12 entdeckteFragment enthält auf zwei Seiten vier Rezepte, von denen zwei die Herstellungvon Goldschrift betreffen und zwei die von Silberschrift sowie das Färben vonPergament; benutzt werden Gold- und Silberstaub, mit Kirschgummi und starkemEssig angerieben, und ein anscheinend pflanzlicher, blauvioletter Farbstoff,

1 Hertel ,Die Sonne und Mithra im Awesta" (Leipzig 1927);M. G. M." XXVII,

49 (1928). 2 Ritter ,Islam" XVII, 15 (1927). 3 a. a. 0. I, 526ff.

4Handbuch der babylonischen Astronomie" (Leipzig 1915) 125. 6 Dornseiff,

Alphabet" 44. 6 lib. II, cap. 69. 7Antike Fluchtafeln" (Bonn 1912).

8A. Rel." XX, 196 (1922). 9Antiker Aberglaube" (Leipzig 1922) 65. mOffen-

barungs-Zauber" (Leipzig 1922/24). 11A.Rel." XXI, 494 (1923). 12 a. a. O.;

Lippmann ,Isis" VIII, 467 (1926).