Eisen.
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sischen Schwerter bekannt, und sie verglichen ihre Damaszierung mit den „Spurender Ameisen" 1 ; später, unter dem Kalifat, bezogen sie das beste Eisen ebenfallsaus Persien, Kirmän, Fergänah und Kabul, verschifften auch ostafrikanische Erzezur weiteren Verarbeitung und errichteten zahlreiche Werkstätten an geeignetenPunkten des Reiches, so u. a. die weltberühmten zu Damaskus 2 . Einige nähereNachrichten seitens eines ungenannten Verfassers enthält schon der „ Fihbist"(vollendet 987) 3 .
Den Indern der vedischen Zeit waren Eisen und Stahl noch sehr neu, und obz. B. ein im „ Atharva-Veda " erwähntes „glänzendes Schermesser" 4 wirklichein stählernes war, bleibt fraglich, wenngleich die Benennung „bläuliches ayas"( =aes, Erz) dies als möglich erscheinen läßt 5 . Die um 1000 v. Chr. entstandenenBrahmana- Texte gedenken des Eisens öfters 6 , und in einem vedischen Kom-mentar heißt es: „eine einzige eiserne Nagelschere macht alles erkennen, was ausEisen ist" 7 . Grabfunde aus dem 7. —6. Jahrh. v. Chr. enthalten schon Waffenaus Stahl, auch aus sog. „Wootz", der durch Verschweißen kohlenstoff-armen und-reichen Eisens hergestellt wird und dem „Damast" zwar ähnlich sieht, aber nichtmit ihm identisch zu sein scheint 8 . Nicht dem nämlichen Zeitalter, wie frühermanche Forscher annahmen, sondern erst dem 5. Jahrh. n. Chr. und dem späterenMittelalter gehören einige staunenswerte Bestandteile indischer Bauten an, so diemächtige eiserne Säule zu Dahr in Mittelindien (um 415), die Torbalken von 7—-8und 10,7 m Länge sowie 20 und 28 cm Stärke an der Pagode zu Kanaruk nächstMadras (um 1250), und die riesige Kutubsäule von über 60 dz Gewicht zu Delhi,die bereits Ibn BattutA , dessen Reisen in die Jahre 1333—1347 fallen, als einWunderwerk erwähnt 9 . Die Ausführung solcher Stücke setzt einen hohen Standder Schmiedetechnik und wohl Jahrhunderte alte Erfahrungen voraus und kannnicht Sache jener nomadisierenden Schmelzer und Schmiede gewesen sein, die sichin Mittelindien bis zum heutigen Tage erhielten 10 ; nur das Vorhandensein der-artiger Kenntnisse macht es auch erklärlich, daß die Inder gleich nach 1500 im-stande waren, die europäischen Kanonen mit Erfolg nachzuahmen, ja wahreRiesengeschütze anzufertigen 11 .
Im Umkreise der ägäischen Kultur treten eiserne Fundstücke erst in spät-minoischer Zeit auf (1600—1250) und eiserne Waffen nicht vor deren Ende 12 ;2 Eisenmesser mit Griffen aus Elfenbein kamen aus einem Grabe von etwa 1200in Zypern zutage 13 . — Noch erheblich später wurden die Griechen mit dem Eisenund gar mit seiner Herstellung bekannt. Der „uralte" Obelos der Spartaner warursprünglich ein Bratspieß für Opferfleisch, und sein Übergang zu einer Geldform,
1 Jacob , „Altarabisches Beduinenleben" (Berlin 1897) 256. — 2 Mez , „Renaissance
des Islams" (Heidelberg 1922) 416. — 3 E. Wiedemann , „Beitr." LVII, 6.
4 Übers. Rückert 155. — 5 Zimmer , „Altindisches Leben" (Berlin 1879) 52, 53.
6 Oldenbebg , a. a. O. 40.— 7 Deussen , „System des Vedanta" (Leipzig 1883) 282.—
8 Johannsen , a. a. O. 10, 12.
9 Johannsen , a. a. O. 11; Rathgen , „Die Pulverwaffe in Indien" (München 1926)
28; „Reisen des Ibn Battüä", übers. Mzik (Hamburg 1911) 63.
10 J ohannsen , a. a. O. 10. — Als Nomaden gelten die Eisenschmelzer für stammfremd,
weshalb ihnen die Einheirat untersagt ist; der nämliche Gebrauch besteht, aus demselben
Grunde, auch bei manchen anderen Völkern, z. B. bei den Bantu-Negern: Meinhop(„A. Rel." XXII, 182; 1924). — 11 Rathgen , a. a. 0. 9ff., 39. — 12 Karo , PW. XI, 1790.
13 Ed. Meyer , „Gesch." II (1), 565.
v. Lippmann, Alchemie. Band n. 6