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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Alchemie in Byzanz.

Sammelhandschrift, die jedoch nur in einer Kopie aus dem 15. Jahrh. vorliegt.Neben einigen offenbar untergeschobenen Werken 1 enthält sie aber auch die echtearabische Übersetzung einer Schrift des Zosxmos (Risamüs ) in 6 Büchern 2 und2 bisher unbekannte Abhandlungen des Al-Räzi , namentlich dessen „Buch derEvidenzen" (Kitäb-ash-shawähid), das den Apollonias von Tyana und densyrischen Sergius von Resaina zitiert 3 .

Alchemie in Byzanz.

Daß in Konstantinopel während des Altertumes und des eigentlichen Mittel-alters auch praktische Alchemie betrieben worden sei, läßt sich nicht erweisenund ist nach allem, was bisher bekannt wurde, sehr unwahrscheinlich, denn schonseit dem 6. und 7. Jahrh. war daselbst die Alchemie nur „eine allegorisch behan-delte Modephilosophie", und bald darauf starb sie „an innerer Entkräftung" gänz-lich ab 4 ; auch bei den Analogien, die gewisse dortige Kreise zwischen Alchemieund Musik festzustellen wähnten, handelte es sich, Stephanides zufolge, nur umphantastische Spekulationen, die wesentlich an Platons „Timaios" anknüpften 5 .Nicht ausgeschlossen ist es dagegen, auch nach Ruska 6 , daß die Türken, gelegent-lich ihrer Ausbreitung (schon 1365 erhoben sie Adrianopel zur Hauptstadt), dieihnen im Orient bekannt gewordene Alchemie auch in den neu eroberten Länderneinführten und hierdurch die griechisch redenden Einheimischen ebenfalls wiederauf sie aufmerksam machten.

Zugunsten dieser Annahme spricht die Auffindung eines griechisch geschrie-benen Sammelbuches aus dem 14. Jahrh. im „ Codex Holkhamicus " einer eng-lischen Bibliothek, das Lagercrantz unter dem Titel „Aichemistische Rezeptedes späten Mittelalters" herausgab 7 und auch in deutscher Übersetzung ver-öffentlichte 8 ; es führt nämlich eine ganze Anzahl türkischer Fachausdrücke undSynonyme an, die unmittelbar auf eine Entlehnung hinweisen 9 . Im übrigen istseine Sprache eine schon sehr verderbte spätbyzantinische, vielfach bereits neu-griechische, während der Inhalt mancherlei Übereinstimmungen mit den vonBerthelot bekannt gemachten Texten zeigt 10 , sich auf Hermes und Aristotelesals Quellen beruft 11 , dem Versprechen „deutlicher Vorschriften" aber nicht nach-kommt und dies auch ausdrücklich zugesteht 12 . Neben allerlei arabischen Ein-flüssen, dieu. a. schon im Namen „Altemia" {ukrtiuu ) und seiner Ableitung vomarabischen al-tamäm [ = die Vollendung] zutage treten 13 , machen sich auch viele„fränkische" geltend, die teils Stoffe, teils Vorrichtungen u. dgl. betreffen 14 ; an-gesichts der frühzeitigen Berührungen zwischen Konstantinopel und den großenHandelsplätzen des Westens sowie der noch älteren Herübernahme lateinischerWörter und Fachausdrücke ins Griechische kann dies nicht wundernehmen, mahntaber zu erhöhter Vorsicht bei Abgabe von Urteilen hinsichtlich des Zeitpunkteseinzelner Entlehnungen.

1 Des Dscha'fab al-Sadiq , des Khalid Ibs JazId , des Avicenna , usf.

2 Sie gibt (äxh/.lrj mit athäli wieder; a. a. 0. 66ff. — 3 a. a. 0. 68ff.

4 Vgl. R uska , „M. G. M." XXV, 85 (1926); „Tabula Smaragdina" (Heidelberg 1926)

174. — 5 „Isis" XI, 501 (1928). — 6 a. a. 0. — 7 „M. A. G." (Brüssel 1924) III, 29ff„ 36.

8 Berlin 1925; vgl. 5. — 9 „M. A. G." III, 34, 35; Vorr. 5. — i» Ebenda 58, 60, 67, 69,

71, 74, 76. — 11 Ebenda 63. — 12 Ebenda 77, 67. — 13 Ebenda 32, 35; Ruska hält sie für

fragwürdig. — w Ebenda 31, 34; 49, 58, 71, 75.