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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Die Bacchanten schmückten die Thyrsosstäbe mit Veilchen, gleichwie die Bilder der Hausgötter mit Veilchengeziert wurden. Als die Tochter des Atlas sich vor Apollo verbergen wollte, wurde sie in ein Veilchenverwandelt. Die Perser hielten das Veilchen für den Propheten der Rosen, während es arabische Dichter mitden blauen Augen der Geliebten, Mohammed sogar mit der Herrlichkeit des Islam verglichen. Die Römernannten es viola purpurea. Da es bei den Nordländern dem Kriegsgott geweiht war, führt es auf Island nochheute den Namen Tyrsfiola. Bekanntlich war das Veilchen die Lieblingsblume der Kaiserin Josefine unddadurch auch von Napoleon. Erwähnt sei auch der um das Jahr 1225 von Gerbert de Montreuil ver.fasste .Veilchenroman" (Roman de la Violette, auch Gerard de Nevers benannt), auf dem Weber's Oper„Euryanthe" begründet ist. Der Sagenstoff kehrt auch im „Decamerone", sowie in Shakespeares „Cymbeline"wieder. Nach dem Volksglauben in Mecklenburg bekommt derjenige kein kaltes Fieber, der am Ostermorgendie 3 ersten Veilchen, die man findet, verzehrt.

Bastarde bilden sich unter den meisten Arten der Untergattung Nomimium (diejenigen von Melaniums. pag. 615 ff.) innerhalb der Arten der Hypocarpeae, der Caninae und Cauliformes, selten auch zwischendiesen Gruppen (vgl. Fig 2091). Da die Bastarde trotz ihres oft sehr üppigen Wuchses und Blütenreichtumsmeist steril sind (im Pollen sind neben einzelnen gut entwickelten Körnern zahlreiche unentwickelte, verschrumpfte,in Wassertropfen bei 100« bis 150 p fach er Vergrösserung festzustellen), kommen nur selten und nur bei denHypocarpeae auch Tripelbastarde (angeblich auch Quadrupelbastarde) vor. Von den zahlreichen, mit besonderenNamen belegten Hybriden können hier nur die Hauptkombinationen angeführt werden. Näheres enthalteninsbesondere die Schriften von A. Bethke (Ueber die Bastarde der Veilchenarten. Königsberger Schriften,Bd. XXIV, 1881 und Diss. Königsberg, 1882), W. Becker (Violae Europeae 1910, Veilchen der bayerischenFlora 1902, Violen der Schweiz 1910), K. Schnarf (Zur Samenentwiddung einiger Viola-Bastarde. Oesterr.Bot. Zeitschr. Bd. LXXI, 1922) und als Vorbild moderner Bastardforschung die pag. 591 genannten Arbeitenvon E. Brainerd.

a) Bastarde der Caninae, Cordatae und Cauliformes i

1. V. elatior Fries x V. persicifolia Roth (= V. Torslund6nsis W. Becker). Wien, Oeland.

— V. persicifolia Roth X V. puraila Chaix (= V. Gotländica W. Becker, = V. pratensis var. fallacinaUechtritz). Schlesien,Magdeburg,Bayern,Westschweiz.

— V. elatior Fries x V. pumila Chaix (= V.

Skofitziäna Wiesb., = V. subpub£scens Borb.,

= V. pratensis var. elatior Celak. ?). Mittel, und Süd«deutschland, Böhmen, Niederösterreich, angeblich auchChoulex und Orbe in der Westschweiz. — V. caninaL. x V. persicifolia Roth (= V. Ritschliäna W.

Becker). Vielfach in Mittel« und Norddeutschland undauf den Nord« und Ostseeinseln. —V. c a n i n a L. subsp.montana (L.) x V. persicifolia Roth (= V.

G ene v6nsis Chenevard). Um den Genfersee,

Oesel. — V. canina L. X V. elatior Fries (= V.

Mielnic6nsis Zapal.). Regensburg, Galizien. — V.canina L. X V. pumila Chaix (= V. Sem»seyäna Borb., = V. stipuläris Peterm. non Sw.).

Süd. und Mitteldeutschland, Baltikum, stellenweisehäufig. — V. canina L. subsp. montana (L.) XV. pumila Chaix (= V. commutäta Wiesb.,

= V. Biederitzensis W. Becker, = V. stricta var.elatior Wimmer). Magdeburg, Breslau, Genf.— Ueberdie von vielen Autoren als V. montana X V. stagninaoder V. montana X V. pumila gedeutete V. RüppiiAll. vgl. pag. 621.

2. V.caninaL. subsp. montana (L.) XV. Fig. 2092. Viola mirabilis L. x V. Riviniana Rchb.

r ' (= V. orophila Wiesb.). a> Habitus, b Nebenblatter,

uliginosa Besser (= V. Klinge an a und V.

Lehbertiana Kupffer). Smäland, Ostbaltikum.

3. V. Riviniana Rchb. X V. uliginosa Besser (= V. Kupfferidna W. Becker). Oesel, Smäland.Vgl. über diese beiden Bastarde E. R. Kupffer in Oesterr. Bot. Zeitschr. Bd. LI1I, 1903.

4. V. e pipsila Ledeb. X V. palustris L. (= V. Ruprechtiäna Borb.). Ostpreussen, Fenno.Ska ndinavien, Russland, stellenweise häufig. — V. palustris L. X V. uliginosa Besser (= V. SilesiacaBorb.) ist nach Kupffer und Becker reine V. palustris.

Hegi, Flora. V, 2. 244