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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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650
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bewurzelnden und meist erst im zweiten Jahr chasmogame Blüten treibenden Ausläufern.Sprosse lebhaft dunkelgrün, zerstreut anliegend kurzhaarig bis fast kahl. Laubblätter mitl bis 5 cm langem, oberwärts oft etwas geflügeltem Stiel und rundlich nierenförmiger bis breit»eiförmiger, ± IV2 bis 3 l h cm langer und fast ebenso breiter, am Grund tief und eng aus»gebuchteter, vorn völlig abgerundeter bis sehr wenig zugespitzter, dicht und fein gekerbter,ziemlich dünner, unlerseits oft glänzender Spreite. Nebenblätter eiförmig zugespitzt, ± 1 bisl 1 /« cm lang und 3 bis 4 mm breit (die breitesten unter unseren stengellosen Veilchen), ganzrandigoder besonders oberwärts mit V» bis 1 mm langen, bedrüsten Fransen. Blütenstiele i 3 bis 7 cmlang, die Vorblätter in oder über der Mitte tragend, postfloral erschlaffend. Blüten lVs bis 2 cmlang, wohlriechend. Kelchblätter eiförmig, i 4 bis 5 mm lang, stumpf, mit deutlich vom Blüten»stiel abstehenden Anhängseln. Kronblätter länglich verkehrt»eiförmig, meist dunkel purpur»violett, nur am Grunde weiss; Sporn 5 bis 7 mm lang, die Kelchanhängsel um 3 bis 4 mm_ überragend, dick, gerade oder wenig gebogen, zuweilen

uf eM f\ f\ zugespitzt, wie die Kronblätter gefärbt. Narbe Schnabel»

förmig. Kapsel kugelig, gegen 3 U cm gross, 3» bis fast6=seitig, deutlich dicht kurzhaarig, oft i violett, sichlangsam am Boden öffnend. Samen mit grossemElaiosom. — III, IV.

In Hedcen, lichten Laubgehölzen, an Bachufern, Wald»rändern usw. meist sehr gesellig, oft auch nur als Kultur»relikt in Gärten, Kirchhöfen, Baumgärten usw.; auf denverschiedensten, doch nicht zu trockenen und magerenBöden allgemein verbreitet, wenn auch in den meistenGegenden Mitteleuropas kaum urwüchsig. Steigt inSüddeutschland bis 850 m, in der Schweiz mehrfach bis950 m (ob St. Maria im Münstertal bis 1410 m), imTiroler Inntal bis 1140 m, im Kaukasus bis 1400 m.

In Deutschland vielleicht nur im Oberrheintal urwüchsig, im übrigen fast überall nur in derNa chbarschaft der Städte und Dörfer angesiedelt, aber völlig eingebürgert (um Weimar z.B. von Goetheausgesäet). — In Oesterreich möglicherweise überall nur eingebürgert, in Südtirol seltener als V. sepincola.— In der Schweiz verbreitet und im Tessin und Rhonetal wohl auch urwüchsig.

Allgemeine Verbreitung: Urwüchsig wohl nur im Mittelmeergebiet vomKaukasus, Kurdistan, Mesopotamien und dem Libanon bis zum Atlas und bis zu den Südalpen,sowie im atlantischen Europa bis Südengland. Völlig eingebürgert im grössten Teil desübrigen Europa bis Irland, Schottland, Holland, Südskandinavien, Öland und ins Weichsel»gebiet, seltener auch in Nordamerika. Stärker abweichende Rassen im Mittelmeergebiet(V. Maderensis Lowe) und in Ungarn (V. tristis Gäyer), nahe verwandte Arten in Süd»und Ostasien.

V. odorata ist somit wahrscheinlich ursprünglich eine mediterrane Art ähnlich wie die nahe verwandtevon vielen Autoren mit ihr vereinigte vorige Art. Aendert abs var. typica Beck. Sprosse schwach behaart.Laubblätter herz.eiförmig. Krone mittelgross, lebhaft violett, selten lila (f. lilacina [Rossm. als Art] Wiesb.),fleisch« bis kupferrot (f. subcärnea [Jordan als Art] Parlat.) bis purpurn (f. rubriflöra Beckhaus, = f.erythräntha Beck, so z. B. bei Höxter, Colmar, Nürnberg, München, Leipzig, Wien, im Tessin usw.), gescheckt(f. variegäta DC.) oder mit Ausnahme des meist violetten Sporns weiss (f. albiflöra Oborny, = var.älba auct. non V. alba Besser, = var. leucöium Krause ap. Prahl, = f. decoloräta Zapal.). Wohl nur Standorts,formen dieser verbreitetsten Rasse sind; f. longifimbriäta Neum. Nebenblätter mit längeren, 1 bis l 1 /» mmlangen Fransen. An trockeneren Orten. — f. tenörrima Wiesb. Blattspreiten kleiner und dünner. Blütenkleiner, lila oder hell blauviolett. Z. B. in Föhrenwäldern bei Kalksburg in Niederösterreich und am Volnikim Litorale. — f. pällida Domin. Blattspreiten rundlich»nierenförmig, meist sehr stumpf. Blüten kleiner,blassviolett. Vielleicht mit voriger Form identisch. Im Radotiner Tal bei Prag stellenweise in Menge streng

Fig. 2089. Viola odorata L. a Stück einer Pflanzemit kleistogainen Blüten an der Hauptachse und aneinem Ausläufer, b bis e Staubblätter, e im Quer-schnitt. /Narbenkopf (Fig. a nachGoebel, b bis/nach G i n g i n s).